Tour 2005 Support: Donavon Frankenreiter, G-Love & Special Sauce
Ohne lang zu warten ging es sofort los. Donavon Frankenreiter kam pünktlich auf die Bühne. Der locker rockige und lässige Sound stimmte das Publikum sehr gut ein und zeigte vor allem, dass sich nicht nur die Fangemeinde von Jack Johnson in den letzten Jahren hier bei uns vergrößert hat. Ein sehr großer Anhang beklatschte das 45 minütige Set des gebürtigen Kaliforniers.
G.Love & Special Sauce kamen mit etwas mehr Groove daher. Auch sie konnten sich über rege Beteiligung im Publikum erfreuen. Erinnerte mich am Anfang etwas an die Fun Lovin’ Criminals. Sehr locker, spielfreudig, teils mit Sprechgesang, Mundharmonika, man musste sich irgendwie bewegen.
Nun waren die ersten 2 Stunden wie im Fluge vergangen. Mit neuen Erkenntnissen und recht guter Musik. Doch der Höhepunkt sollte noch kommen. Ich hatte vor dem Konzert so meine Bedenken, ob Jack Johnson wirklich ins Palladium in Köln passt. Schließlich sollte das Konzert ursprünglich im viel kleineren Prime Club stattfinden. Schön klein, er und seine Akustik Klampfe, das hätte wunderbar gepasst. Durch den großen Andrang allerdings (die Konzerte in Hamburg und Berlin wurden auch in größere Hallen verlegt) blieb es wohl nicht anders aus, Jack J ins Palladium zu verlegen.
Ein unglaublich tosende und laute Geräuschkulisse entflammte das ausverkaufte Palladium. Dabei ging nur das Licht aus. Als Jack Johnson in seiner eher zurückhaltenden Art die Bühne betrat stieg dieser Lärm noch mal kräftig an. Damit hat der aus Hawaii stammende Surfer wohl selber nicht gerechnet. Mit „Never know“ und „Taylor“ zog er das Publikum sofort in seinen Bann. Jack Johnson freute sich, dass sah man ihm an. Schließlich bekam er in Berlin und Hamburg schon mal einen Eindruck von den deutschen Fans.
Sind wir hier bei den Sportfreunden oder Kettcar? Nein, sind wir nicht. Auch bei Jack Johnson wurde kräftig mitgesungen. „Flake“, „Good people“ oder die aktuelle Single „Sitting, Waiting, Wishing“ gingen runter wie Öl. Einfach nur bezaubernd, wie Jack Johnson mit seinen Mitstreitern Adam Topol am Schlagzeug, Merlo Podlewski am Bass und seinem alten Freund Zach Gill am Piano mit einfachster Musik begeistern konnte. Jeder Song war zum dahinschmelzen. „Gone“ oder „Wasting time“, wunderschön.
„Slow down everybody, you’re moving too fast” („Inaudible melodies“)– das einfache Motto mit dem Jack Johnson treffend zu beschreiben ist.
Als ich Jack Johnson in 2001 mit seinem Debut „Brushfire fairytales“ kennenlernte, hätte ich es niemlas für möglich gehalten, dass so was Großes dabei rauskommt. Geschweige denn, dass der gute Mann aus Hawaii mal jemals nach Deutschland kommt. Man kann eigentlich nur neidisch auf Jack Johnson sein. Ex-Profi-Surfer aus Hawaii, Filmstudent in Santa Barbara und mal eben einen der erfolgreichsten Surfer Filme („Thicker than water“) gedreht und dann halt mal einfach so die Gitarre geschnappt und ein kleines Abum eingespielt. Als dann schließlich Ben Stiller in seinem Video zu „Taylor“ auftauchte, war es praktisch um ihn geschehen. Jetzt war er kein Geheimtipp mehr.
Zurück zum Konzert. Highlight war wohl das auch von der Gemeinde im Kölner Palladium groß unterstützte „Bubble toes“. Obligatorisch kamen nochmal Donavon Frankenreiter und G.Love auf die Bühne, um die beiden Co-Produktionen „Free“ und „Rodeo Clowns“ zu performen. Mit einer wirklich sehr gut gelungen Cover Version des Madonna Klassikers Holiday und einem fließenden Übergang zu „Mud football“ gingen die Darsteller von Brushfire Records (dem Label von Jack Johnson) von der Bühne.
Das erste Zugabe Set absolvierte der smarte Johnson allein mit seiner Akustik-Gitarre. „Times like these“ und das leicht erweiterte „The news“. Balsam für die Seele. Bei „Better together“ wurde er einmal mehr von den rhythmisch mitklatschenden Zuschauern unterstützt.
Doch auch das sollte nicht reichen. Nochmal musste Jack J auf die Bühne. Diesmal wieder unterstützt von seinen drei Mitstreitern und der Ansage, das dies leider die letzte Chance zum Tanzen wäre. Und so war es dann auch. Nach ca. 1h und 40 Minuten war Jack Johnsons Reise durch Deutschland beendet. In der Hoffnung, dass er beim nächsten Mal etwas mehr von sich zeigt. Denn die Fangemeinde steigt und steigt. „Wer ist das denn?“, „Das ist Jack Johnson“. „Wow, nicht schlecht. Sehr schön.“ Und schon wieder ein Fan. So ähnlich müsste es in den letzten vier Jahren gelaufen sein.
In Amerika steht Jack Johnson schon mit Größen wie John Frusciante (Red hot chili peppers) oder Pearl jam auf der Bühne. Regelmäßigen Kontakt hat er zu seinem Kumpel Ben Harper und ab und an trifft er sich mit Kirk Hammett (Metallica), Eddie Vedder (Pearl jam) und Jon Theodore (The Mars Volta) zum Surfen und Jammen. Einige munkeln, dass es sich dabei um ein lohnendes Sideproject handelt. Mal abwarten.
Wer Jack Johnson kennelernen will der macht beim Kauf seiner Alben nichts falsch. Alle drei Longplayer („Brushfire fairytales“ 2001, „On and on“ 2003, „In between dreams“ 2005) kommen in seinem typischen einfachen, lässigen, relaxten Sound rüber.
Trotz allem Erfolges: Lieber Jack, bleib so wie du bist. Ein Licht am Horizont in der doch so oberflächigen und betrügerischen Musiklandschaft.