Tour 2008 – Support: Berge
«We Sing. We Dance. We Steal Things.», der Name der Tour und des Albums war, auch an diesem Dienstag im ausverkauften Frannz, Programm. Gestohlen hat allerdings nur die Vorgruppe, Berge aus Berlin. Mit ihrem Deutschrock und dem weiblichen Gesang, haben sie sicher einige Silbermond- oder Julifans stehlen können. Als dann Jason Mraz endlich auf die Bühne kam, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Schon während des Wartens gab es kollektive Namensbuchstabierungen: «Gebt mir ein J....».
Der in Kalifornien lebende Singer/Songwriter war gewohnt enspannt und hatte auch seine in letzter Zeit übliche Kopfbedeckung, den Hut dabei. Er beeindruckte vom ersten Ton an, mit seiner geschmeidigen und unglaublich vielseitigen Stimme. Getanzt wurde spätestens mit dem zweiten Song «Remedy» , es gab keinen im Saal, der nicht mindestens mitwiegte. Wer den Song von seinem zweiten Album ”Mr. A-Z” kannte wurde überrascht. Es gab eine neue Strophe und ein Teil von Oasis' «Wonderwall» wurde wie selbstverständlich zugefügt. Nicht zu vergessen auch die an diesem Abend sich mehrmals wiederholte Jamsession , die Jason Mraz und seine Band wunderbar groovend und funkend einarbeiteten.
Es sollte nicht die einzige Veränderung bekannter Songs bleiben an diesem Abend. Selbst wenn man alle drei Alben auswendig kannte, wurde man gut unterhalten, nicht zuletzt auch durch seine Improvisationen und Beat Poetry Anleihen. So ging es zum Einen um eine ehemalige Spielgefährtin in der 8. Klasse oder einen imaginären Kaugummi, der sich urplötzlich in seinem Mund zu befinden schien. Dass Jason Mraz das Leben mit einem Augenzwinkern sieht ist offensichtlich und auch bei genauem Zuhören der Texte zu erkennen.
Für das Duett «Lucky», das er auf seinem aktuellem Album mit Colbie Caillat singt, bat er erneut die Sängerin der Vorgruppe auf die Bühne. Seine stimmliche Wandlungsfähigkeit stellte er mit dem von Frank Sinatra bekannt gemachten Jazzklassiker «Fly Me To The Moon» unter Beweis. Jason Mraz, der immer wieder mit Jack Johnson, ob seiner sonnigen Songs verglichen wird, liegt mit seinem vielfältigen Stilmix aus Pop, Reggae, Rap, Soul und Folk eindeutig vorne.
Stellt sich nur die Frage, warum Jack Johnson die große Waldbühne füllen kann und Jason Mraz den kleinen Frannz Club bespielt. Mit seiner aktuellen Single «I'm Yours», die sich langam aber sicher zum Geheimtip des Sommers entwickelt, beendete Jason Mraz sein Set, nur um sich von den jubelnden Fans für Zugaben, darunter «Life Is Wonderful» und «Mr. Curiosity» wieder auf die Bühne holen zu lassen.
Als Abschluss macht Jason Mraz Fotos mit einer Sofortbildkamera, die er schwungvoll in die Fanmenge wirft. Keine Frage, ein Mann, den man sich merken sollte.