Jeff Beck

Tour 2011 - Very Special Guest: Cheap Trick

19.06.2011 Stadtpark Freilichtbühne / Hamburg

Von: Gerrit Hoss

Jeff Beck Hamburg

Der Wettergott muss Gitarrist sein. Während es in Hamburg seit Tagen aus Eimern geschüttet hat, verschwinden die Regenwolken sobald Jeff Beck die Bühne im Stadtpark betritt. Zuvor sorgen Cheap Trick mit erdigem Rock für die perfekte Einstimmung auf einen der letzten echten Gitarrenhelden seiner Zunft.

Sei es bei den zur Legende gewordenen Yardbirds, seiner eigenen Jeff Beck Group oder als Solist, immer ist Jeff Becks eigener Stil deutlich erkennbar. Sein Wille, immer wieder neue musikalische Gebiete zu erforschen, ist mittlerweile zu einem seiner Markenzeichen geworden. Nach fast sieben Jahren, in denen man vergeblich auf ein neues Studioalbum warten musste, brilliert der Meister der Rockgitarre nun mit dem Album "Emotion & Commotion", das neben einigen bemerkenswerten Orchester-Arrangements auch zwei Songs enthält, die er zusammen mit Grammy-Gewinnerin Joss Stone aufgenommen hat.

Jeff Beck wirkt aber keinesfalls als Rock-Dino. Der Meister klingt frisch wie eh und je und macht schon in den ersten Songs deutlich, dass er zurecht einen Platz auf dem Gitarren-Olymp sicher hat. Doch nicht nur der Meister selbst zieht das Publikum in seinen Bann. Auch die Band, insbesondere mit Bassistin Rhonda Smith, sorgt für einen faszinierenden Abend. Oft kann es ja nach kurzer Zeit ziemlich langweilig werden, wenn so viele Virtuosen auf der Bühne anfangen zu zaubern und schließlich versuchen sich selbst zu übertreffen. Nicht so bei Jeff Beck und seiner Band.

Es wird miteinander gegroovt, wobei jeder Musiker seine Freiräume bekommt. Ganz vorne natürlich Jeff selbst, der wohl mehr aus seiner Stratocaster herauszuholen vermag als jeder andere Gitarrist auf diesem Planeten. Neben den Eigenkompositionen spielt die Band auch Coversongs wie einige Beatles-Klassiker. Die Palette reicht von Fusionjazz bis hin zu satten Rock-Sounds. Als Zugabe gibt es nach über 90 Minuten noch das Puccini-Werk "Nessum Dorma" auf der Fender interpretiert. Hier ist man sich im Publikum spürbar uneinig, ob das nicht schon etwas zu viel des Guten ist.

Dennoch sieht man nach Konzertende nur zufriedene Gesichter im Stadtpark. Natürlich dürfen auch die frustrierten Gitarristen nicht fehlen, die sich einmal mehr fragen, wofür man eigentlich acht Stunden täglich übt, wenn man schließlich doch nie in Becks Gefilde vordringen kann.

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