Junip

Tour 2011 - Support: Binoculers

13.01.2011 Uebel & Gefährlich / Hamburg

Von: Jessica Franke

Junip Hamburg

Eine der Entdeckungen des Jahres 2010 stellen eindeutig Junip dar, und das obwohl es diese wundervolle Formation um José González, Elias Araya und Tobias Winterkorn nun schon seit 12 Jahren gibt. Letztlich lag es wohl an der aufstrebenden Solokarriere von Sänger und Gitarrist José, dass sich die Veröffentlichung eines Albums so lange hingezogen hat. Wie dem auch sei, das Warten hat sich allemal gelohnt. Mit ihrem Debütalbum "Fields" ist ihnen ein Prachtexemplar gelungen. Freuen wir uns heute also, die sympathischen Wahlschweden im Hamburger Übel & Gefährlich begrüßen zu dürfen.

Wie konnte ich auch nur einen Moment daran zweifeln, dass diese großartige Band es nicht schaffen könnte, das Übel & Gefährlich angemessen zu füllen? Jedenfalls ist es heute zwar nicht ausverkauft, aber es füllt sich mit der Zeit immer mehr und kann sich schließlich nicht weit davon weg bewegen. Vorab gibt Binoculers für 25 Minuten ihre zauberhafte Stimme zum Besten. Mit sanftem Gitarrengeklimper versucht sie sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen, diese bleiben jedoch eher verschlossen. Zwar scheint das Publikum der jungen Frau gegenüber nicht vollkommen abgeneigt, aber die große Begeisterung bleibt dann doch aus. Wie sie gesteht, war das heute ihr erster Auftritt vor solch einem großen Publikum, und wie ich finde, hat sie diese Aufgabe gar nicht so schlecht gemeistert.

Gleich die ersten Klänge des Intros zum Auftritt von Junip überziehen dann meinen Körper mit einer Gänsehaut, und dem Jubel des Publikums ist zu entnehmen, dass es ihnen wohl genauso geht. Es bedarf nicht viel Überzeugungskraft der sympathischen Schweden, ihnen in ihre Welt aus sanften und harmonischen Melodien zu folgen. Die einzelnen Instrumente verschmelzen mit einer grandiosen Perfektion und fügen schließlich das Ganze zu dieser fantastischen Mischung aus Siebziger Jahre-Flowerpop und modernem Indierock, der es in keinem Moment an eigener Note fehlt. Zusätzlich laden die perfekt abgestimmten Lichtarragements zum grenzenlosen Träumen ein, die Nebelmaschine erledigt schließlich den Rest. Wie von einem Schleier umhüllt lauscht man der ausdrucksstarken Stimme Josés und wundervollen Auswahl aus dem Repertoire ihres Albums sowie ihrer EPs, vergisst dabei vollkommen, dass man sich im 4. Stock eines Bunkers befindet. Nach etwas über einer Stunde wird man schließlich aus dem Traum gerissen. Zurück in der Realität holt man schnell ein paar Euros aus seiner Geldbörse, um sich auch zu Hause in die zauberhafte Welt Junips mitreißen zu lassen, und hofft schließlich nur noch, dass es nicht wieder 12 Jahre dauert, bis man sich an einer neuen Platte erfreuen kann.

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