Jupiter Jones

The Finnisch Line - Tour 2011 - Support: Dakoton

18.03.2011 Bei Chez Heinz / Hannover

Von: Maren Röcker

Jupiter Jones Hannover

Gerade erst das neue Album auf den Markt geschmissen geht es für Jupiter Jones auch schon auf die Reise, einmal quer durch Deutschland. Dass sich die Band, die unter anderem in der Eifel, teilweise in Münster und manchmal sogar ganz woanders zuhause ist, mittlerweile zum absoluten Szene-Geheimtipp etabliert hat, ist längst bekannt. Dass sich das Album so gut verkauft, dass es ihnen Platz 14 als Einstieg in die deutschen Albumcharts sichert, freut viele Fans, vor allem weil sich die Band dafür nicht verstellt hat, im Gegenteil. Und diese Zahlen schlagen sich auch auf die Konzerte nieder: Hannover ist ausverkauft, lange vor dem Gig. Bei Chez Heinz ist es zwar etwas enger, dafür umso gemütlicher und jeder Fan wird zustimmen, dass Jupiter Jones wie die Faust aufs Auge in dieses Venue gehören.

Den Einstieg machen Dakoton aus Hamburg, eine Band, die sich musikalisch sehr am Hauptact orientiert, dabei jedoch einen eigenen Stil aufs Parkett bringt und sich die Sympathie der Fans absolut erspielt. Leider ist man es Bei Chez Heinz jedoch gewohnt, Konzerte grundsätzlich etwas verspätet zu beginnen, was aber heute nicht drin ist, da im Anschluss eine Discoveranstaltung ansteht. Aus diesem Grund haben Dakoton das schwere Los gezogen, trotz eines relativ raren Publikums anzufangen, was sich jedoch nach zwei bis drei Songs relativiert. Die zugegebenermaßen relativ niedrigen Temperaturen draußen treiben die Fans dann doch in den Club, und die musikalische Darbietung treibt sie vor die Bühne. Insgesamt macht die Band einen tollen Eindruck, musikalisch wie auch menschlich und ihr Auftritt macht Spaß. Eine gute Wahl!

Danach geht es nach einer kleinen Umbaupause weiter mit Jupiter Jones und mittlerweile ist der Club so voll, dass die Fans es nicht einmal mehr schaffen würden, geschweige denn sie würden es versuchen wollen, nicht direkt vor der Bühne zu stehen. Sie drängen sich ins mittlerweile aus allen Nähten platzende Chez Heinz und warten auf die ersten Gitarrenriffs. Ihre Geduld soll sich auch bald auszahlen, steht ihnen doch kurz darauf eine super gelaunte Punkband gegenüber, die merklich selbst enorm viel Spaß am Auftritt und am Publikum hat. Viele können die sprachlich kunstvollen Texte von Sänger Nicholas nahezu perfekt mitsingen und von Anfang an hält es niemanden zurück. Mittlerweile ist wohl auch niemandem mehr kalt, kein Wunder bei der enormen Energie, die durch die hier vorhandene Menschenmenge freigesetzt wird. Die Band tut ihr übriges dazu. Den absoluten Blickfang stellt jedoch das leuchtende Schlagzeug von Drummer Hont dar, welches sich in sämtlichen Farb- und Effektvariationen vom Lichtpult aus bedienen lässt. Man muss sich das mal so vorstellen, dass jede Trommel (außer der Snaredrum) aus einem milchigen Kunststoff von Innen beleuchtet ist und eine zum Takt passende Lightshow darbietet. Sehr gelungen!

Wer in der letzten Zeit die Myspace- / Twitter-Seite der Jungs verfolgt hat, dem wird der Eintrag vor dem Konzert nicht entgangen sein: Es ist ein Foto von einem crowdsurfenden Fan zu sehen, mit dem Kommentar: "Kriegt ihr das heut Abend auch hin?". Die Antwort: Jap, kriegen wir. Wobei diese Frage, kennt man das Chez Heinz und seine Deckenhöhe von gefühlten 1,30 Meter, schon ein wenig zynisch daherkommt. Dennoch traut sich Hannover alles, man will ja niemanden enttäuschen. Auch wenn der Crowdsurfer zugegebenermaßen nicht der größte war (im Verhältnis stimmt es dann ja wieder) und die Aktion eine blutende Nase nach sich zieht, wir sind bereit, alle Opfer zu bringen. Belohnt werden die Fans natürlich mit Songs wie "Nordpol/Südpol" und "Reiss Die Trauer Aus Den Büchern". Eine Zugabe darf natürlich auch nicht fehlen, bevor die ganze Show vorbei ist, der Abend jedoch lange noch nicht. Die Künstler nehmen sich sympathischerweise noch alle Zeit für ihre Fans, um auf der anschließenden Party noch den ein oder anderen Autogrammwunsch zu erfüllen, etwas zu trinken und den Klängen von Britney Spears und den Backstreet Boys zu lauschen.

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