Tour 2009
Dave Grohl, Frontmann der Foo Fighters, mit dem sie auf einer Australientour häufiger Gitarrenduette spielte, ist einer ihrer größten Fans, ebenso Al Gore. Zudem ist sie die bisher einzige Frau in der "Guitar God"-Liste des amerikanischen Rolling Stone. Ihr musikalischer Beitrag zu Sean Penns Film "Into The Wild", für den auch Eddie Vedder (Pearl Jam) komponierte, brachte ihr sogar eine Golden-Globe Nominierung ein. Und das alles schon im zarten Alter von 19 Jahren.
Heute Abend nun ist Katherine Elisabeth King zu Gast im Kölner Stadtgarten. Das Konzert ist ausverkauft und so warten alle darauf, dass endlich die Tür zum Konzertsaal geöffnet wird. Dies ist um 20.30 Uhr der Fall und sehr zügig füllt sich der Raum vor der spärlich beleuchteten Bühne mit Menschen im Alter zwischen 15 und 75 Jahren beiderlei Geschlechts, in der Gewissheit, Zeuge eines besonderen Events zu sein.
Schon bald wird der Saal mit Nebelschwaden "verdunkelt", immer wieder von neuem werden dicke Wolken in das Publikum gepustet. Auf der Bühne sind (natürlich) diverse Gitarren zu sehen, aber auch ein ziemlich umfangreiches Schlagzeug und ein Klapprechner, dessen Bildschirm-Schoner psychedelische Muster zeigt. Die Hintergrundmusik ist sehr abwechslungsreich und kombiniert Songs von Michael Jackson mit "Ace Of Spades" von Motörhead. Leider ist die Band wohl nicht ganz rechtzeitig fertig, sodass das Band insgesamt anderthalb Mal zu hören ist. Dann aber, um ca. 21 Uhr, kommen die Akteure des Abends auf die Bühne und Kaki King legt mit einem Song auf der Pedal-Steel-Guitar los, der sofort in andere Sphären entführt. Beleuchtung und Nebel tun das ihre dazu.
Weiter geht es mit der Akustikgitarre und ihrem unnachahmlichen, perkussiven Stil, in den sie den Gitarrenkorpus als Trommel mit einbezieht. Im Zusammenspiel mit dem kongenialen Schlagzeuger und dem Mann an Klapprechner und Elektro-Blasinstrument wirken die Songs von Kaki King oft ein wenig improvisiert, doch finden die Musiker meist zu einem ekstatischen Finale, jeweils begeistert vom Publikum goutiert.
Auch der Gesang Kaki Kings hat so seine Eigenheiten, die nicht sofort ins Ohr gehen, sich aber mit der Zeit entwickeln. Besonders stark sind die Solonummern, wenn sie ihrem Spiel freien Lauf lassen kann, sich nach niemandem richten oder auf jemanden (z.B. den Rhythmus oder die Loops) warten muss. Um 22.20 Uhr gehen die Musikanten kurz von der Bühne, um genau fünf Sekunden später für einen kleinen Zugabenblock zurückzukehren. Als es dann zu Ende ist, sind doch alle froh, es war zwar schön, hat aber auch gereicht. Denn letztlich sind sich die Kompositionen dann doch zu ähnlich, um über einen ganzen Abend die Spannung zu halten. Überzeugt aber hat Kaki King mit ihrem virtuosen Gitarrenspiel und ihrer freundlichen und offenen Art mit dem Publikum zu kommunizieren. Der Rest wird bestimmt in den nächsten Jahren noch dazu kommen.