Rule The World Tour 2009 - Support: Serenity & Delain
Die letzte Europatour Kamelots liegt zwar knapp ein Jahr zurück und die neue Platte ist noch in der Mache und wird nicht vor 2010 erscheinen. Eigentlich gibt es also gar keinen Grund dafür, dass die Band erneut on tour ist... Eigentlich.... denn die gut 1.200 anwesenden Fans in der Kölner Essigfabrik beweisen das Gegenteil! Der Tourauftakt am Vortag startete noch erfolgreicher mit einer ausverkauften Show in Tilburg (2.200 Fans). Mit dabei sind auf dieser Tour die Power-Metall-Österreicher von Serenity – für das Kamelot Publikum keine Neulinge – und die Gothic-Holländer von Delain.
Serenity tourten bereits 2007 mit Kamelot durch Europa. Leider verpasste ich sie damals, sonst wäre ich vermutlich auf das Gekreische der Mädels in den ersten Reihen vorbereitet gewesen... Die Existenz dieser Band ist bis zu diesem Konzert völlig an mir vorbeigangen und ich bin angenehm überrascht, wie gut die Österreicher beim Publikum ankommen – und das als Vorband! Anscheinend sympathische junge Herzensbrecher zu einer Gothic/Power-Metal Band vermischt und schon ist eine neue Boyband im Metal-Bereich kreiert. Sowohl die Songs der ersten Platte "Words Untold And Dreams Unlived" als auch Stücke aus der aktuellen Scheibe "Fallen Sanctuary" kommen gut an. Als der erste BH auf der Bühne landet und Sänger Georg diesen siegessicher aufhebt, geht es den Mädels vielleicht doch nicht mehr ganz um die Musik... Seine klare Stimme ist inmitten der Grunzer und Rumkrächzer der heutigen Zeit eine schon fast schnulzige Angelegenheit und die eingängige Musik geht nach wenigen Songs ins Ohr.
Delain hingegen überzeugen trotz attraktiver Frontfrau nicht und lediglich ihre Singleauskopplungen wie "Frozen" und "The Gathering" werden vom Publikum mit ausreichend Beifall gewürdigt. Das dünne Stimmchen von Sängerin Charlotte geht völlig unter, wenige Töne der Songauswahl aus zwei Alben trifft sie und beweist, dass Attraktivität und eine große Plattenfirma (Roadrunner Records) im Rücken nicht alles im Musik Business sind. Leider unpassend als zweite Band – da kamen die Jungs von Serenity weitaus besser an!
Schon der erste Song des Kamelot Sets verrät was genau hinter der angekündigten 'heißen Show' steckt. Mehrere Feuerfontänen schießen zu "Rule The World" in die Höhe während Roy Khan in seinem langen Schnallenmantel schon zum zweiten Song "When The Lights Are Down" erste Schweißperlen auf der Stirn hat. Live verzichtet die Band auf vieles 'Pompöse' und 'Bombastische' und lässt sich lediglich zu einigen Songs von Backgroundsängerin Ann-Catrin unterstützen. Vor allem die Drums kommen straffer und härter als auf den Platten rüber. Casey hat sichtlich Spaß sich vor allem an den Cymbals auszutoben. Live ersetzt erneut Sean den Basser Glenn.
Lange Beifallsstürme nach dem großen Hit "Center Of The Universe" und auch mit langsamen Stücken wie "Abandoned" wissen Kamelot das Publikum zu begeistern. Das Leidende in Roy Khans Stimme und seiner Performance bei Balladen kommt sehr authentisch rüber und bei schnellen Double-Bass Krachern überzeugt er mit seiner klaren Stimme. Erneut tief in der Hit-Kiste gegraben: "Karma". Casey dreht die Drumsticks abwechselnd in seinen Händen über seinem Kopf hinweg.
Roys Frage 'Are you going to come back next year?' folgt frenetischer Beifall. 'So am I' witzelt er. Überhaupt gibt er sich die ganze Show sehr gut gelaunt, dass man fast meinen kann, der Rückzug der Band in den Schnee Norwegens um neue Songs zu schreiben und aufzunehmen wäre viel zu lang ausgefallen. Zurück zur Musik – mit "The Haunting" folgt eine der Single-Auskopplungen der erfolgreichen Platte "Black Halo". Roys Stimme geht völlig im Jubel unter, als Gastsängerin Simone Simons der Band Epica die Bühne zu ihrem Gesangseinsatz betritt. Ruhiger wird es zu Oliver Palotai´s Keyboard solo – seine klassischen Wurzeln lässt er erkennen, bevor Thomas Youngblood die Bühne erneut betritt und das Gitarrenintro zu "Forever" spielt. Laute 'oohoooh'-Rufe klingen durch die ganze Halle, bevor Roy zurück auf der Bühne ist. Dieser Gute-Laune-Song lässt Fans Arm in Arm auf und ab springen und Roy stellt im Mittelteil des Songs die Band vor, während die Fans die 'oohooohh'-Rufe fortsetzen.
Zur 'Zugabe' wie es Roy selbst sagt, kommt die Band für "Ghost Opera" zurück auf die Bühne um nach diesem Double-Bass Kracher der aktuellen Scheibe wieder langsame Töne mit "Love You To Death" im Duett mit Ann-Catrin anzustimmen. Mit lauten 'oohoohoooh'-Rufen werden Kamelot zum obligatorischen "March Of Mephisto" zurückgerufen.
Eindeutig eine sehr erfolgreiche Kamelot Show, die mich nur in den Punkten enttäuschte, dass ich einige Elemente, z.B. Songabfolgen, bereits von der vorigen Tour kannte. Es ist jedoch schön zu sehen, dass Kamelot mit dieser Tour in einer höheren Liga spielen, wo doch die vorigen Touren "nur" Hallen von ca. 400-500 Personen füllten.
Nach der Show geht es weiter zur angekündigten After Show Party ins Kölner Hard Rock Cafe, wo die Band von nur ca. 100 Fans sehnlichst erwartet wird. Kaum sind die Jungs eingetroffen, geben sie bis gut 3 Uhr früh lächelnd und unermüdlich Autogramme und machen Fotos mit Fans während sie hier und da am Cocktail schlürfen.
Setlist Kamelot
Rule The World
When The Lights Are Down
Soul Society
Center Of The Universe
Pendulous Fall/Anthem
Abandoned
Karma
Instrumental Jam
Human Stain
The Haunting (mit Simone Simons)
Eden Echo
Keyboard solo
Forever
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Ghost Opera
Love You To Death
Farewell
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March Of Mephisto