One Cold Winter´s Night Tour 2007 Support: Fairyland, Leaves´ Eyes
Früh um 18 Uhr geht es mit dem Einlass an diesem Dienstag Abend in der Bochumer Zeche mit der Mischung aus Power Metal und etwas Norwegischer Frauenpower los, denn Discobesucher möchten nach dem Konzert pünktlich Einlass in die Zeche erhalten.
Von Fairyland, der ersten Band, höre ich daher lediglich die letzten Töne von „Ride with the Sun“. Die französische Symphonic Metal Band feuert noch schnell die Fans an und knipst noch ein Foto vom Publikum für das Tourtagebuch.
Norwegen – das ist wohl auch alles, was Frontfrau Liv Kristine von Leaves´ Eyes und Kamelot Sänger Roy Khan gemeinsam haben.... Es sei vorweg genommen: ich habe Leaves´ Eyes bereits öfter live gesehen und trotzdem kann ich mich weder mit Liv Kristine´s Stimme, noch mit ihren unzähligen und immer wiederholenden Dankesreden (diesmal natürlich auf Deutsch!) anfreunden. Immerhin: brav sagen Liv und ihr Göttergatte Alexander Krull alle Songs an und bieten einen Querschnitt durch ihre zwei Studioalben. Mit „Farewell Proud Men“ beginnt die Show mit meinem Lieblingsstück, welches sofort ins Ohr geht und ein wenig an Kate Bush oder Within Temptation erinnert. In ihrem lila Kleid und dem schwarzen Halbkorsett ist Liv endlich mal anders gekleidet, denn bis jetzt kannte ich sie live nur im Klassiker: dem roten Kleid der „Legend Land“ Platte mit dem goldfarbigem Halbkorsett. Vielleicht schnürt ihr eben dieses Halbkorsett derart die Stimme weg, dass ihr dünnes Stimmchen extrem schwer zu hören ist und sie die Töne nicht sauber trifft. Ganz kritisch empfinden dies meine Ohren bei „Into Your Light“ und „Norwegian Lovesong“. Liv, lass bitte die Finger von langsamen Songs! Da bringt es auch nichts, dass du uns in dein Heimatland entführen möchtest! Danke, vielen Dank, tausend Dank und Dankeschön!
Dass das Publikum doch recht gut abgeht, kann eigentlich nur daran liegen, dass Grunter Alex immer wieder die DVD erwähnt, welche in allen Städten mitgeschnitten wird und die Kamera auch auf das Bochumer Publikum gehalten wird. Wie leicht zu ködern und Kamerageil doch alle sind!
Bassist Christian hingegen schaut gelangweilt drein und fixiert mit seinem Schleierblick das Publikum während er sein Bass „slapt“. Alex schüttelt sein Rapunzelhaar und ist danach erst mal damit beschäftigt, dieses wieder aus dem Gesicht zu streichen. Ein Frisör könnte da Abhilfe schaffen... Ganz und gar nicht geht das Acoustic-Set zu „Lyset“. Anstatt mal schnell die E-Gitarren abzulegen, um die akustischen Klampfen umzulegen, bekommen die beiden Gitarristen auf Ständern vormontierte Gitarren; Alex schlägt auf zwei kleine Trommeln ein. Einen kleinen Pluspunkt bekommen Liv und Alex dann aber für „Solemn Sea“ von mir. Die Cross-Over Grunts und der groovige Sound kommen bei mir gut an, Liv´s Stimme wirkt kräftiger. Na also, geht doch, Liv! Aber bis zur DVD Aufzeichnung in Belgien auf dem Metal Female Voices Fest muss noch viel geübt werden....
Mit wenig ist das Publikum zufriedenzustellen: bereits beim Abdecken von Casey Grillo´s Drums, dessen Design an das Artwork der neuen, im Juni erscheinenden Kamelot CD angepasst wurde, erfolgen erste Begeisterungsrufe. Auch das Backdrop der Bühne ist ganz im Coverdesign der CD gehalten.
Schon zum ersten Song „When The Lights Are Down“ bekommen Kamelot Unterstützung der attraktiven, jungen Backgroundsängerin Anne-Catrin. Leider ist ihr zartes Stimmchen überhaupt nicht hören. Erstaunlich viele Songs der „The Black Halo“ Platte kommen bei dieser Tour zum Zuge. Kein Wunder, denn hier soll nochmals kräftig die Live-DVD „One Cold Winter´s Night“ promotet und bereits eine Hörprobe in das neue Album ermöglicht werden. „Mourning Star“ als neuer Song kommt dunkler und düsterer rüber als die üblichen Werke Kamelots, doch leider ist der Sound so schwammig, dass Roy Khan entweder gar nicht (sein Mikro hat immer wieder Aussetzer) oder zu stark zu hören ist... Ein Schmankerl, da selten performt, ist „The Pain“ von „The Black Halo“. Ich mag die Staccato Riffs von Gitarrist Thomas Youngblood, der den ganzen Abend konzentriert auf seine Gitarre starrt. Beim Klassiker „Center Of The Universe“ ist das Publikum nicht mehr zu halten – kaum eine Kehle, die den Song nicht lauthals mitsingt. Zwischen den Songs feuern die Fans die Band immer wieder mit „hey-hey-hey“-Rufen an. Zu der Ballade „Abandoned“ haben wir endlich Zeit zu verschnaufen und die Feuerzeuge zu zücken. Als Belohnung dürfen die vorderen Reihen gegen Ende des Songs ein Schaumbad nehmen, welches in Form von „Schnee“ auf das Publikum langsam hinunterrieselt – ganz und gar wie auf der DVD!
Wer bei „The Haunting“ auf die Holländerin Simone Simons als Duettpartnerin gehofft hat, wird enttäuscht – Anne-Catrin übernimmt in Bochum zum ersten Mal den Part der hübschen Marguerite. Und wieder tief zurück in die Schatztruhe gegriffen – „Descent Of The Archangel“ des Epica Albums ertönt. Dass der Band mit Keyboarder Oliver Palotai ein Glückgriff erfolgte, kann dieser mit seinem klassisch angehauchtem Solo unter Beweis stellen. Mit „Forever“ wird erneut ein Gassenhauer rausgekramt, den das Publikum bei den ersten Takten wiedererkennt. Theatralisch ergreifend oder übertrieben – das ist Geschmackssache – performt Khan die Songs, kniet sich immer wieder auf die Bühne oder stellt sich auf die vorderen Monitore. Bereits ein fast eingespieltes Team ist das Publikum für Khan, welches die Mitsingspielchen begeistert mitmacht.
Erster Abgang für die Band, die jedoch lauthals zurückgerufen wird, um die neue Single „Ghost Opera“ zum Besten zu geben. Ich wundere mich, warum Roy einige seiner Ansagen – wie auch jetzt – hinter der Bühne durchführt, jedoch scheint er gut gelaunt. Eine Promo-Single zum neuen Song wurde bereits am Eingang an die Konzertbesucher verteilt. Welch nette Geste der Plattenfirma! Ohne „Karma“ jedoch kein Kamelot und so darf auch dieser Klassiker nicht fehlen. Erneut laute Zugaberufe, nach „March Of Mephisto“ und fast 90 Minute ist jedoch Sense. Nochmals erscheint Anne-Catrin auf der Bühne, Shagrath Grunts tönen vom Band. Da soll mal jemand sagen, 90 Minuten Fußball seien spannender! Erstaunlich viel Jubel für Kamelot an diesem Abend, die langsam, aber stetig mehr und mehr Fans in Deutschland gewinnen. Sympathisch wünscht Roy allen Anwesenden eine gute Heimreise, doch leider verhallen die Zugaberufe aus Zeitgründen unerhört– die Discogänger warten schon vor dem Eingang.
An den Merchandise-Ständen herrscht großes Gedränge, Fairyland und Leaves´ Eyes stehen für Autogramme zur Verfügung. Ein zweites Mal können wir am Ausgang erneut die Promo-Single „Ghost Opera“ abräumen. Wer sagt da schon nein?
Setlist Leaves´ Eyes:
Farewell Proud Men
Oceans Way
The Crossing
Into Your Light
New Foreign Land
Norwegian Lovesong
Temptation
Lyset
Legend Land
Solemn Sea
Elegy
Setlist Kamelot:
When The Lights Are Down
Soul Society
Mourning Star
This Pain
Center Of The Universe
Abandoned
Instrumental
The Haunting
Descent Of The Archangel
Keyboard Solo
Lost & Damned
Forever
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Ghost Opera
Wander
Karma
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March Of Mephisto