Kele

Solo-Tour 2010

21.05.2010 Prinzenbar / Hamburg

Von: Jessica Franke

Kele Hamburg

Was muss man tun, um äußerst tanzbare elektronische Musik weiter aufzupeppen? Man packt einfach eine kraftvolle Stimme mit Wiedererkennungswert rein! Und wen nimmt man da am besten? Na wie wär´s denn mit Kele Okereke (btw: Keli ausgesprochen). Und wer ist nun dieser Kele? Moment mal... ist das nicht? Doch das ist doch... Richtig, Kele ist der Sänger von Bloc Party! Für alle Bloc Party Fans: Keine Angst, die Band hat sich nicht aufgelöst, sondern pausiert lediglich für einige Soloprojekte. In diesem Sommer wird Kele sein erstes Soloalbum veröffentlichen. Derzeit tourt er mit diesem im Gepäck durch Deutschland und präsentierte es am heutigen Abend in der Prinzenbar Halle, auch besser bekannt als das Docks.

Als ich lese, dass das Konzert in der Prinzenbar stattfinden soll, bin ich zunächst schon überrascht. Etwas Größeres hätte ich schon angenommen. Dort angekommen, stelle ich dann fest, dass mit Prinzenbar/Halle das Docks gemeint ist. Nun bin ich noch mehr als erstaunt darüber, wie voll es ist. Immerhin hat das Docks ein Fassungsvermögen von ungefähr 1.200 Menschen. Das ist heute zwar nicht vollständig ausgereizt, aber dennoch sehr gut gefüllt. Der Einlass ist um 21 Uhr, es verspricht also ein langer Abend zu werden. Ein Support ist nicht angekündigt. Gespannt schlage ich also um 21.30 Uhr auf und bin eher mäßig davon begeistert, dass es erst um 23 Uhr los geht.

Nach einer herzlichen Begrüßung heißt es schließlich "Let´s start the party". Und genau das wird vom Publikum wörtlich genommen. Die Fans feiern den 28-jährigen Singer und Songwriter, als gäbe es kein Morgen mehr. Sofort mit dem ersten Song wird gesprungen, getanzt und mitgesungen. Ich muss mich dezent an die Seite verziehen, da es mir in der Mitte bereits nach sehr kurzer Zeit zu sehr abgeht. Dem sympathischen Kele gefällt´s sichtlich. Immer wieder beugt er sich hinunter zu den Fans, immer wieder spricht er zum Publikum und animiert es dazu, richtig abzugehen. Als Kele dann mit "Medley" einen Bloc Party-Song spielt, rasten die Fans quasi fast aus. Obwohl sich seine eigenen Songs doch deutlich von Bloc Party unterscheiden, werde ich bei seinem Gesang stets an die Band erinnert. Dafür ist seine Stimme dann wohl doch zu signifikant. Als eingefleischter Bloc Party-Fan bin ich von dem Soloprojekt doch eher ein wenig enttäuscht, freue mich aber für Kele, dass er an diesem Abend enormen Zuspruch findet.

Zu einem ganz besonderen Erlebnis wird dieses Konzert wohl für einen Gast namens Stefan. Als Kele ein Zettel erhält, auf dem ein Geburtstagsgruß an Stefan steht, gratuliert er persönlich und stimmt die ganze Halle zu einem Geburtstagsständchen ein. Das Konzert endet mit dem Bloc Party-Kracher "Flux". Die Menge ist anscheinend so davon überwältigt, dass es niemanden stört, dass das Konzert lediglich 55 Minuten dauert. Da kann ich Kele noch so sympathisch finden, für knapp 20 Euro Eintritt kann man dann doch ein wenig mehr verlangen, auch wenn erst ein Album in Arbeit ist. Zumindest hätte er dann doch eine Vorband mitbringen können.

Setlist: (ohne Gewähr)

Walk Tall
On The Lam
Meet Me In The Middle
The Other Side
Everything You Wanted
Medley (Bloc Party)
Tenderoni
Unholy Thoughts
Rise
---------------
All The Things
Flux (Bloc Party)

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