Kettcar

Tour 2005

31.03.2005 Live Music Hall / Köln

Von: Torsten Schlimbach

Kettcar Köln

Im Jahr 2003 spielten Kettcar noch im verhältnismäßig kleinen Bürgerhaus Stollwerck in Köln, nun soll es also die gößerer Live-Music-Hall derselben Stadt sein. Kann das klappen oder ist die größere Location eine eher schlechtere Wahl? Es hat geklappt - und wie!

Der wohl den meisten Konzertbesuchern völlig unkannte Support-Act Miss Antartica konnte mit seinen emotionalen Songs schon den ein oder anderen Zuschauer begeistern und wurde wohlwollend aufgenommen. Von der Band könnte man in naher Zukunft (die Stimme des Sängers erinnert übrigens in vielen Momenten an die von Brian Molko von Placebo) noch öfters hören.

Während der Umbaupause konnte man die Spannung , die in der Luft lag, förmlich greifen. Werden Kettcar die spürbar hohen Erwartungen erfüllen können? Das Intro beginnt, Kettcar betreten die Bühne und sämtliche Bedenken sind sofort wie weggeblasen. Gestartet wurde mit ‘Deiche‘ der auch den ersten Track des aktuellen Albums ‘von spatzen und tauben, dächern und händen‘ bildet. Auf den ersten Track ihrer zweiten LP folgte mit ‘ich danke der academy‘ der letzte Song des Vorgängers ‘du und wieviel von deinen freunden‘. Spätestens ab hier gab es kein Halten mehr und die Musiker und ihre Songs wurden richtig abgefeiert. Bei ‘Landungsbrücken raus‘ dachte ich noch so bei mir, der wäre doch besser im hinteren Teil aufgehoben, ist doch etwas früh den als 5. Songs zu bringen. Der Gedanke wurde aber schnell wieder verworfen, da ein Kettcar Konzert nur aus potentiellen Hits besteht!

Zwischen den Songs wurden von der äußerst sympathischen Band um Markus Wiebusch immer mal wieder nette Anekdoten und Witze erzählt (Wir sind die hässlichen vom Visions Cover, dafür haben wir Charakter, so nennt man das wohl) oder einfach die Begeisterung der Band an das Publikum weitergegeben (Warum ist Köln eigentlich immer so geil?!)

Die neuen Songs wie ‘Anders als Gedacht‘, ‘48Stunden‘, ‘Stockhausen, Bill Gates und ich‘ fügten sich sehr gut in die bekannten ‘Hits‘ vom Vorgänger ein. Eigentlich wurde jeder Song vom Publikum gefeiert. Das Mainset fand nach 13 Songs den Abschluss mit dem Track ‘Nacht‘, der auf ein fulminantes ‘Money left to burn‘ folgte.

Die begeisterte Menge hatte natürlich noch lange nicht genug und so betraten Kettcar nach kurzer Pause erneut für drei Songs die Bühne. Nach weiteren Zugabenrufen spielten Marcus und Lars Wiebusch, Reimer Bustorff (am Bass), Gitarrist Erik Langer und Frank Tirado Rosales am Schlagzeug noch ‘Einer‘ und ‘Genauer Betrachtet‘ von ihrer ersten EP bevor die beiden Brüder Wiebusch das Konzert mit dem wunderschönen ‘Balu‘ beendeten.

Festzuhalten bleibt, dass dies ein sehr schönes Konzert einer sympathischen Band war, was lange in Erinnerung bleiben wird. Wie bemerkte ein Zuschauer beim Rausgehen? Das Land braucht mehr solcher Bands. Recht hat er, dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen!

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