Hope for the hopeless Tour 2008, Support: My Passion
Im Frühjahr machte eine Band aus Chicago langsam aber sicher auf sich aufmerksam. Bereits im April tourten die Amerikaner von Kill Hannah mit Aiden durch Deutschland. Bei Rock am Ring konnten sie erneut von ihren Livequalitäten, bis sie nun zum Herbstanfang ihre eigene Tour durchs Land starteten. Auch das Logo in Hamburg stand auf dem Tourplan. Der kleine, gemütliche Club beherbergte kurz vor Showbeginn ein überschauliches Publikum, das sich einfach nicht mehren wollte. Aller Anfang ist schwer – den Status, den Kill Hannah offensichtlich in Amerika besitzen, herrscht in Deutschland leider noch nicht vor. Doch vielleicht wird sich dies nach den grandiosen Shows in Deutschland ändern.
Als Supportact legten die Londoner von My Passion eine unglaubliche Professionalität an den Tag und ließen sich nicht durch die anfängliche Zurückhaltung des Publikums beirren. (Wer einen Eindruck der Show bekommen möchte, sollte sich das Video zu “Day Of The Bees” online ansehen). Der Rock-Emo-Electro-Mix kam in solch gnadenloser Qualität aus den Boxen, dass die Beine kaum still halten konnten. Vor allem nicht, als Sänger Laurence Rene die Bühne enterte und sogleich umher sprang und die Beine selbst in die Höhe warf. Angst vor Publikumsnähe schien nicht vorhanden zu sein – ab und an mischten sich die Jungs selbst in das Publikum, um die Motivation voranzutreiben. Und es wirkte. Das Publikum ließ sich von den Aktivitäten on stage anstecken und war bis zum Ende der Support Show bestens darauf vorbereitet, Kill Hannah gebührlich und gut gelaunt zu begrüßen.
Obwohl genügend Bewegungsfreiheit für die Fans im Logo bestand, drängten sich die meisten dennoch vor der Bühne, um Kill Hannah nahe zu sein. Zu dem von dem aktuellen Album “Until There’s Nothing Left Of Us” bekannten Intro (Sleep Tight) die Band im Dunkeln die Bühne. Doch Sänger Mat Devine fehlte. Erst zu seinem Vocal Einsatz zu „Boys N Girls“ erschien er mit Kapuze auf dem Kopf, auf der Bühne. Unmittelbar vor den Nasen der Zuschauer in der ersten Reihe performte er mal in der für ihn typischen Pose (ein Fuß auf dem Monitor) oder schmiegte sich an den Balken in der Mitte der Stage. Die Fans hingen von der ersten Minute an seinen Lippen und bewiesen sich als sehr textsicher. Es blitzten die Kameras und es wurde getanzt. So überschaulich das Publikum auch war, sie rockten als wäre das Logo zum bersten gefüllt. Und Kill Hannah dankten es ihnen mit einer atmosphärischen und gute Laune verbreitenden Show. In dem kleinen Club fühlte man sich zu „Love You To Death“ als eine Gemeinschaft und tanzte zusammen zu „Crazy Angel“. Zu „Kennedy“ erlosch das Licht und grünes Laserlicht schien aus den Hälsen der Saiteninstrumenten. Die Stimmung war fast mystisch, erinnerte aber auch an eine Szene aus Terminator. Gut, dass die Musiker ihre Instrumente blind beherrschten! Zu Mat’s Einsatz erstrahlte das Licht wieder und „Acid Rain“ ging über in „The Chase“.
Dann forderte Mat ein Mädchen aus dem Publikum auf, etwas in Deutsch zu sagen. Dem darauf folgenden Satz „Die Show ist wunderbar!“ konnte jeder einzelne im Publikum mit Sicherheit zustimmen. Zu dem letzten Song „Lips Like Morphin“ drehten Band als auch Publikum nochmal richtig auf. Zu guter letzt fiel dabei noch kurzzeitig die Technik aus, so dass die Background Vocals alleine erschallten – doch die Band setzte ihr Set einfach fort und somit wurde ein technischer Fehler spontan zu einer kleinen Showeinlage umfunktioniert. Und das verlief so schnurlos, dass ein unaufmerksamer Gast es als absichtliche Einlage hätte durchgehen lassen können.
Leider blieb an diesem Abend aus unerfindlichen Gründen keine Zeit für eine Zugabe. Doch die Band hatte ihr Bestes gegeben und zusammen mit dem Publikum eine einmalige Atmosphäre geschaffen. Hoffentlich werden Kill Hannah noch viele weitere Fans in Deutschland von ihren Livequalitäten überzeugen können und uns somit bald wieder beehren.