Tour 2011 - Support: Gemma Ray
Wenn man sich heute die Schlange vor der ausverkauften Kölner Essigfabrik anschaut, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt - in die glorreichen Jahre der 40er und 50er, eine Zeit in der Johnny Cash seinen Anfang fand. Vorherrschend sind heute Abend: Pomenade in den Haaren und bunte Pünktchenkleider. Denn gleich treten hier Kitty, Daisy & Lewis auf, eine Band die nicht nur aussieht wie aus diesen Jahren, sondern auch mit ihrem charmanten Mix aus Swing, Blues, Country und Rock’n’Roll genau den Nerv dieser Zeit treffen. Bei ihnen steht ganz klar die Musik, die alle Drei im Blut haben, im Vordergrund. Bereits seit 2002 stehen die drei Geschwister gemeinsam auf der Bühne. Nachdem sie 2007 ihr erstes Album "A-Z Of Kitty, Daisy & Lewis: The Roots Of Rock’n’Roll" veröffentlicht haben, folgte 2008 das selbstbetitelte Album und 2011 das aktuelle "Smoking In Heaven".
Um das Publikum auf den Abend einzustimmen beginnt die Truppe rund um Sängerin und Songwriterin Gemma Ray pünktlich um 20 Uhr ihre Show. Dass die Dame schon mit 15 Jahren angefangen hat, Musik zu machen, merkt man nicht nur an dem 2008 erschienenen ersten Solowerk "The Leader", sondern auch an dem Album "Lights Out Zoltar!" aus dem Jahr 2009. Auch an diesem Abend lässt sich die junge Britin nicht lumpen und sorgt, zwar etwas wortkarg aber umso charmanter, mit Songs wie "I´m Gonna Lock My Heart" und "Dig Me A River" für erste Bewegungen in der prall gefüllten Location. Kurios: Statt einem Plektrum greift sie auch gern auf ein Messer zurück, um die Gitarre zu bedienen. Rückwirkend ist die Zeit viel zu kurz, denn in den ganz eigenen Charme von Gemma Ray muss man erst mal eintauchen. Die angereisten Fans sind nach der knappen halben Stunde Spielzeit aber genau in der richtigen Stimmung für den Hauptact des Abends: Kitty, Daisy & Lewis.
Mit einem tosenden Applaus, der schon vor dem Betreten der Bühne anfängt, empfangen die anwesenden Gäste die kultige Band aus England. Die drei Geschwister sorgen mit ihrem Mix aus Swing, Blues, Country und Rock’n’Roll sofort für gute Laune und die 40er Jahre sind lebendiger als je zuvor – selbst die Essigfabrik in diese Zeit zurück zu verfrachten fällt Kitty, Daisy & Lewis nicht schwer. Die Multiinsturmentalisten wechseln sich zwischen jedem Lied an den unterschiedlichen Instrumenten ab und sorgen mit Songs wie "Don´t Make A Fool Out Of Me" und "Messing With My Life" für rockige Stimmung. Das erste große Highlight ist der Special Guest Eddie Tan Tan Thornton, der für drei Lieder, angefangen mit "I´m So Sorry", mit auf die Bühne kommt um sein Bestes an der Trompete zu geben. Dass er selbst noch genauso fit ist wie seine jungen Kollegen, beweist er ohne Probleme auch noch 50 Jahre nach seinem Karrierebeginn.
Während der Show werden die Drei durchgehend von ihren Eltern unterstützt. Mutter Ingrid Weiss, ehemalige Schlagzeugerin der Band The Raincoats, am Kontrabass und Vater Graeme Durham an der Rhythmus Gitarre. Kein Instrument - sogar Exoten wie die Mundharmonika oder das Xylophon - bleibt unberührt. Dass Daisy, die Jüngste der Drei, sogar anfängt zu beatboxen, sorgt für eine simple aber dennoch spaßige Bühnenshow. Nach dem Highlight "Going Up The Country", zu dem es auch ein offizielles Video gibt, kommt die Band nach über einer Stunde Spielzeit auch schon zum letzten Stück für diesen Abend – zumindest auf dem Papier. Zwei weitere Zugaben sorgen beim Publikum für weiteren Beifall und bestehen aus rein instrumentalen Stücken. Danach folgen noch zwei weitere Zugaben, wonach sich die Band nach mittlerweile über eineinhalb Stunden auf der Bühne verabschiedet und eine vollauf zufriedene und durchgeschwitzte Essigfabrik hinterlässt.