Kreator & Celtic Frost Co-Headliner Tour 2007 Support: Watain, The Legion of the Damned
Um den Europa-Tourauftakt von Kreator und Celtic Frost zu feiern, die als weitere Anheizer The Legion of the Damned und Watain dabei haben, hat sich ein recht unterschiedliches Publikum eingefunden. Viele scheinen in den 80ern noch die Anfänge von Exodus und Co. Erlebt zu haben, junge Fans mischen sich jedoch genauso unter das Publikum.
Obwohl der Startschuss für das Konzert für 19:30 Uhr angesetzt ist, trommeln die Black Metaller Watain aus Schweden schon munter früher los, um mit der Curfew nicht in Verzögerung zu kommen. Ja, ja... die Nacht bricht früh ein in Deutschland.... Ich betrete die Live Music Hall zum letzten Song. Ziemlich regungslos wartet die noch recht leere LMH das Ende der Inszenierung ab. Theaterblutbeschmierte Musiker in Ketten, Kerzendramatik auf der Bühne und mit dem „Hail Satanas“-Ruf als Abschied total fehl am Platz. Falsches Publikum, falsche Uhrzeit.
Die Holländer von The Legion of the Damned treffen da schon eher den Geschmack der Anwesenden. Trash-Fans ist es so gut wie unmöglich augenblicklich dieser Band zu entkommen – sie scheinen unermüdlich zu touren! Die Matten werden zu alten Hits wie „Malevolent Rapture“ als auch zu Stücken des neuen Albums Sons of the Jackal wie „Diabolist“ und „Sons of the Jackal“ geschwungen. Sänger Maurice keift nur so ins Mikro. Mit „Legion of the Dead“ beenden die Holländer ihr Set. Brav bedankt sich Maurice auf deutsch – leider gibt es keine Zugabe, obwohl sie vom Publikum gewünscht ist.
Lange Intropassagen täuschen immer wieder den Beginn der Celtic Frost Show vor. Das Intro zu „Totengott“ ist dann endlich der 20 Jahre lang erwartete Starter eines Celtic Frost Konzertes in Deutschland. Nur wenige Farben dominieren die spärliche Ausleuchtung der Bühne, die auch sonst schwarz und düster gehalten ist.
Mit dem Comeback-Album „Monotheist“ im Gepäck, betritt Sänger Thomas Gabriel Fischer mit einer schwarzen Skimütze und schwarzem Anzug die Bühne und stimmt im doomigen Sprechgesang „Procreation (Of The Wicked)“ an. Vor mir reckt jemand den Daumen nach unten in die Höhe – Celtic Frost,: eine Band, die heute noch weiterhin das Publikum spalten wird. Neu an der Gitarre ist für diese Tour der junge Gitarrist V Santura der Band Dark Fortress. Weit vorne auf der Setlist wird eines der großen Hits „Cycle Of The Tyrant“ angestimmt.
Bandkollege Martin Eric Ain am Bass erinnert an einen schwarzen Nikolaus und schwingt zum neuen Track „Ain Elohim“ eine priesterähnliche Ansage, in dem er Psalm 14 zitiert - 'Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 'Es ist kein Gott.'' Bewegung in die Live Music Hall kommt bei „Necromentical Scream“ mit Martins Erklärung 'Heute abend werden wir die zukünftigen Toten zu ihrem eigenen zukünftigen Gedenken schreien hören, weil dies das einzige ist, das ihr könnt'. Neues („Ground“) mischt sich mit Altem („Morbid Tales”). Unerträglich in die Länge zieht sich „Synagoga Satanae“ als letzter Song, unterbrochen von Martins inbrünstig gebetetem Anti-“Vater-Unser“.
Man merke: blasse Schminke mit schwarzen Augenringen machen lange noch keine partytaugliche Liveshow, was zwar auch niemand von Celtic Frost erwartet, jedoch habe ich auch keine richtige Spielfreude vernommen. Die Band muss sich auf der Tour mit Kreator vielleicht noch warm spielen...
Die Plätze in der Halle werden unter den Fans neu gemischt; trotz der Position als Headliner, lichtet sich das Publikum ein wenig – ist es doch zu spät, Kreator erst 22:40 Uhr spielen zu lassen? Doch bis Mitternacht sind es noch rund 80min Spielzeit. Gutgelaunt betreten die Essener Trashkönige die Bühne, lassen es mit „Violent Revolution“ (mit Videoeinspielung im Hintergrund) noch relativ „melodisch“ angehen bevor Mille 'Are you ready to kill each other?' in die Menge ruft und „Pleasure To Kill“ ertönt.
Kreator haben für diese Tour tief in der Repertoire-Kiste gewühlt und dabei Diamanten wie „Some Pain Will Last“ und „Europe After The Rain“ ans Tageslicht gebracht. Aus aktuellem Anlass ermahnt Mille auch während dieser Tour vor der Seuche der Nazis, die sich in der Metal-Szene breit macht und gibt „People Of The Lie“ zum Besten. Double-Bass Geschosse wie „Suicide Terrorist“ des neuen Albums kommen genauso gut an wie das lauthals mitgegrölte „Extreme Agression“ (mit Milles Frage 'Do you feel agressive?') oder „Phobia“. Mehrmals ruft Mille zu einem Moshpit auf, einige Crowdsurfer versuchen ihr Glück.
Nach einem kurzem Danke und Tschüss" holen die Fans die Trasher zurück auf die Bühne, denn ohne „Impossible Brutality“, „Flag Of Hate“ und „Tormentor“ möchte keiner aus der Halle gelassen werden.
Ein gelungener Tourauftakt für Kreator – stellt sich trotzdem die Frage, ob das Package mit Celtic Frost Sinn macht. Trash ist nicht gleich Trash und die Reaktionen bestätigen, dass hier zwar zwei legendäre Bands zusammentreffen, jedoch zu unterschiedlich von ihrer Musik sind und vielfach Unmut im Publikum auslösten.
Setlist Celtic Frost
Totengott (Intro)
Procreation (Of The Wicked)
Visions Of Mortality
Circle Of The Tyrants
The Usurper
Ain Elohim
Necromantical Screams
Dawn Of Meggido
Ground
Dethroned Emperor
Morbid Tales
Into The Cryps Of Rays
Synagoga Satanae
Setlist Kreator
The Patriarch
Violent Revolution
Pleasure To Kill
Some Pain Will Last
Enemy Of God
People Of The Lie
Europe After The Rain
Suicide Terrorist
Awakening of the Gods/
Behind the Mirror (Medley)
Renewal
Extreme Agression
Phobia
Betrayer
Voices Of The Dead
Reconquering The Throne
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Impossible Brutality
Flag Of Hate
Tormentor