K's Choice

Echo Mountain-Tour 2010 - Support: Venus In Flames

21.11.2010 Live Music Hall / Köln

Von: Jutta Mestwerdt

K's Choice Köln

K`s Choice sind wieder da! Nach fast sieben Jahren touren sie mit ihrem fünften Album "Echo Mountain" und spielen heute in der Live Music Hall in Köln. Das Vorprogramm bestreiten Venus In Flames - und das gestalten sie fast wie ein eigenes, kleines Konzert. Sie sind in Belgien und den Niederlanden bekannter als hier bei uns und werden von Gert Bettens produziert. So sind sie sicherlich als Vorgruppe von K`s Choice prädestiniert. Venus In Flames stimmen das Publikum gut ein auf das Hauptprogramm. Die Halle ist bei pünktlichem Konzertbeginn um 20.00 Uhr nur sehr mäßig gefüllt. Es herrscht eine entspannte Stimmung, fast wie bei einer ruhigen Party. Sänger Jan De Campenare braucht nicht viel an musikalischer Begleitung, mit sanfter, aber dennoch kräftiger Stimme nimmt er schnell gefangen. Er ist präsent auf der Bühne und "erzählt" mit einfachen Worten Geschichten aus dem Leben. Leicht melancholisch angehauchte Lieder über menschliche Beziehungen, Liebe, Trennung, Glück und Schmerz. Fast weise kommt er daher - und dabei sind die Stücke durchaus tanzbar. Nicht nur für mich eine schöne Mischung.

Um 21.00 Uhr macht Venus In Flames Platz für K`s Choice. Die Live Music Hall füllt sich nun zügig, allerdings bleibt genug Raum zum Tanzen, da statt der möglichen gut 1000 Besucher nur etwa 600 anwesend sind. Die Stimmung bleibt entspannt, langsam wird Vorfreude spürbar, die in Jubel mündet, als K`s Choice die Bühne betritt. Sarah Bettens, die Sängerin und Gitarristin der Band, umschreibt kurz den Aufbau des Konzerts, praktisch mit einem Handzeichen.

Dann geht es los - mit "Favorite Adventure", wie mir meine direkte Stehnachbarin verrät. Sarah Bettens sitzt entspannt, lässt ihre Stimme für sich arbeiten, unterstützt von ihrem Bruder Gert (Gitarre, Keyboard), Koen Liekens (Schlagzeug), Eric Grossmann (Bass), Jan van Sichem (Gitarre) zieht sie erst sanft, melancholisch (Tribut an Totensonntag?) das Publikum in ihren Bann. Zeitweise ist mir das Schlagzeug in der ersten Hälfte zu dominant, möchte ich mich doch auf die Texte konzentrieren, die phasenweise kaum zu verstehen sind. Das Publikum lässt sich auf die Balladen ein, überrascht die Sängerin geradezu mit vollständig gesungenen Textpassagen, die darauf gerne eingeht. Mit "How Simple It Can Be" endet der erste Teil des Konzerts.

Nach einer kurzen Pause beginnt der zweite Teil, der weitaus lebhafter ist, bunt gemischt von folkigen Balladen ("Almost Happy") hin zu rockigeren Stücken ("I Will Carry You") alles zu bieten hat, was K`s Choice so besonders macht. Sarah Bettens wunderbar kräftige, warme Stimme ist wie gemacht für melancholische Liebeslieder, gepaart mit rockigen Tönen lässt sie allerdings Gänsehaut entstehen! Das Konzert endet mit "If You`re Not Scared"... und wir haben altbekannte, Erinnerung weckende Stücke und ganz neue erleben dürfen. Was sollte bei einer durch langanhaltenden Applaus eingeforderten Zugabe das schon Gebotene noch toppen?

Und dann gibt es "Shadowman", gesungen von Gert Bettens. Und wie gesungen! Zum Ende des Liedes ist die Band wieder komplett auf der Bühne und es gibt die vorher vermissten Stücke "Too Many Happy Faces" und "Everthing For Free" und zum Ausklang und wirklichen Ende erklingt "God In My Bed". Es ist ein rundum schönes Konzert gewesen, die Gäste sehr zufrieden. Was mich allerdings etwas erstaunt und amüsiert: Anfangdreißiger, und aus denen besteht das Publikum fast ausschliesslich, haben sich hier ihren Jugenderinnerungen hingegeben...

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