Kula Shaker

Tour 2007, Support: The Say High

24.10.2007 Lido / Berlin

Von: Dagmar Grässle

Kula Shaker Berlin

Ein buntgemischtes und höchst gespanntes Publikum wartete vergangene Woche im Berliner Club Lido auf den Auftritt von KULA SHAKER. Die Band die fast 10 Jahre von der Bildfläche verschwunden war und in den 90ern große Erfolge verbuchen konnte, tourt momentan durch Deutschland.

Die Akustik-Show der Vorband THE SAY HIGHS war zwar gut, passte aber nicht ganz so richtig ins Programm. Dennoch boten die Drei (eines der Bandmitglieder schien abhanden gekommen zu sein) einen gesanglich perfekten Einstieg in den Abend.

Nachem THE SAY HIGHS die Bühne verlassen hatten füllte sich der Konzertsaal noch ein wenig mehr. Die Umbauphase war zwar etwas zu lang und die Bollywood angehauchte Musik im Hintergrund etwas anstrengend, aber das Warten sollte sich lohnen. Dann erlosch das Licht und das Intro ertönte. Unter tosendem Beifall betraten KULA SHAKER die Bühne. Kaum zu glauben das die Kerle auf der Bühne 10 Jahre älter geworden sein sollen. Bis auf die Glatze des Drummers und den neuen Organisten sah man KULA SHAKER anno 1996.

Gespielt wurde eine perfekte Mischung aus alten Songs und dem neuen Material des aktuellen Longplayers "Strange Folk". Ein gutgelaunter Crispian Mills sprang auf und ab, grinste, machte Scherze wie zum Beispiel beim Song "Great Hosannah" als er an die Textzeile "We may think there's no future, but it's the same for everyone" das Wörtchen "almost" anhängte. Hier und da hätte man meinen können Mr. Mills würde als neuer Sänger von THE DARKENSS vorsingen. Hohe Töne kann er singen, nur leider mussten alle, inklusive Band, recht herzhaft darüber lachen.

Zwischendurch erinnerten KULA SHAKER stark an The Doors, welche ja auch zu den Einflüssen der Band zählen. Bei alten Hits wie "Hush" oder "Tattva" flippte das Publikum dermassen aus, das man sich fast wie auf einem Tokio Hotel Konzert vorkam. Aber auch die neuen Songs wie "Second Sight", "Dr. Kitt" oder "Out On The Highway" kamen enorm gut an. Kurz vor Ende der Show betrat eine Dame des Clubs mit einem Tablett die Bühne. Vier Becher und ein kleiner Kuchen mit Kerzen waren darauf platziert und dem Publikum wurde mitgeteilt das Bassist Alonza heute Geburtstag hätte. Crispian forderte alle auf Happy Birthday zu singen - auf deutsch. Natürlich stimmte jeder im Raum mit ein, die Kerzen wurden ausgepustet und mit Tee angestoßen.

Und dann war es auch schon vorbei. Doch leider gefiel das keinem so recht, also wurde geklatscht, gepfiffen und nach Zugaben geschrien, bis die Band wieder auf die Bühne zurückkehrte. Da fehlten ja auch noch ein paar Songs. Als die ersten Töne von dem komplett in Sanskrit gesungenen "Govinda" ertönten war zum einen klar, jetzt war wirklich Schluß zum anderen erreichte der Abend und somit die Show den absoluten Höhepunkt. Sänger und Mastermind Crispian dirigierte das Publikum während des Refrains wie ein Orchester und verabschiedete sich dann klatschend und sichtlich zufrieden von der Bildfläche.

Was haben wir die letzten zehn Jahre nur ohne diese Band getan?!

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