Late Of The Pier

Tour 2008

21.11.2008 Luxor / Köln

Von: Simon Baranowski

Late Of The Pier Köln

Wenn ich jetzt so überlege, dauert das Schreiben dieses Berichtes wohl länger als das Konzert an sich. Auch das Warten auf Late Of The Pier aus dem englischen Castle Donnington südwestlich von Nottingham hat länger gedauert. Offensichtlich gab es Probleme mit einem der Drumcomputer. Was dann aber kam, war ein Hurricane, der von der Insel grade übers Festland fegt.

Die vier Jungs aus England beeindrucken sichtlich mit ihrem Indie-Disco-Power-Electronic-Rock-Dance-Punk. Keine Ahnung wo und wie man das einordnen soll. Es verbindet einfach so viel. Synthie-Pop meets Punk-Rock. Ganze 37 Minuten dauert ihr Gastspiel im Kölner Luxor. Am Anfang noch mäßig gefüllt, bebt später die kleine Tanzfläche vor der Bühne. Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und zwei, drei Drumcomputer und technisches Zubehör. Drei Holzlatten vorher als Deko deklariert, nachher als Effektgerät mit eingebunden. Die Disco-Dance-Singles Â„Heartbeat“ und „Space And The Woods“ hauen sie direkt zu Beginn raus. Das ganze Album wird fast gespielt. Ohne großartige Pause. Bitte ziehen sie durch. Der Bass dröhnt und die Bierflasche in der Hand fängt an zu vibrieren. Kein Abend für ruhiges stehen- oder sitzenbleiben. Auch das Publikum ist von Beginn an voll dabei. Springt, hüpft und sorgt für einen zusätzlichen Hitzefaktor. Sänger Samuel Dust lässt sich zum Crowdsurfing hin. Bassspieler Francis Dance lässt seinen Bass fast von der ersten Reihe zupfen. Dazwischen immer der Wechsel zum Keyboard, zum Drumcomputer. Da fliegt dann auch mal der Mikrofonständer über die Bühne.

Bei „The Bears Are Coming“ werden gekonnt die genannten Hölzer angeschlagen. Random Firl könnte mit seinem Intro auch gut von den Wombats oder ähnlichen Combos sein. Jedoch lässt der elektronische Bass-Sound da keine Haare zu Berge stehen. Der Bauch brummt, die Innereien wackeln. „VW“ würde selbst den lahmsten Käfer schneller werden lassen und „Focker“ ist ein richtiges Aufputschmittel.

Dann ist es aber auch schon vorbei. Noch nicht mal eine dreiviertel Stunde spielen Late Of The Pier. Aber es gibt auch nicht mehr zu spielen. Alles gespielt, mehr als ordentlich gerockt und für 37 Minuten mal so richtig die Sau rausgelassen. Eine kompakte, kurze aber wahrlich keine schlechte Show. Zum nächsten Album wird es sicherlich was länger gehen. Da darf man sich dann drauf freuen. Das Debüt „Fantasy Black Channel“ ist seit August im Handel und darf ruhig gekauft werden. Damit bekommt man jede Party zum Tanzen.

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