Laura Marling

Tour 2010

03.04.2010 Studio672 / Köln

Von: Simon Baranowski

Laura Marling Köln

Das Studio 672 im Keller des Kölner Stadtgartens ist ausverkauft. Grund: Noah And The Whale Mitbegründerin Laura Marling, die mit zweitem Album im Gepäck endlich auf eigener Solo Tour ist und auch in Deutschland zur Freude vieler Halt macht. Seid Ende März ist ihr aktuelles Album "I Speak Because I Can" auf dem Markt und nach dem erstaunlichen Erfolg ihres Vorgängers "Alas, I Cannot Swim" wird nun auch das Festland betourt. Neben den zur Zeit angesagten Indie-Folk-Pop Bands wie Mumford & Sons oder den Avett Brothers, ja auch selbst Noah And The Whale, passt die britische Folk-Pop Sängerin wunderbar ins Beuteschema vieler Musikjunkies.

Um kurz vor neun betritt die erst 20jährige Laura Marling die kleine Bühne. An ihrer Seite drei junge Männer, die sie mit Klavier, Schlagzeug, Bass und Mandoline sowie Backgroundgesang tatkräftig unterstützen. Einsteiger ins Set sind drei Songs ihres frischen Werkes "I Speak Because I Can". "Devil's Spoke" und vor allem "Hope In The Air" gehen gleich zu Beginn mächtig unter die Haut. Wirkte Marling zeitweise zu Hause auf Platte etwas schwermütig und nicht für Jedermann zugänglich, so beweist sie bereits in den ersten Minuten genau das Gegenteil. Wenn es einen live packt, hat der oder die Künstlerin kaum etwas falsch gemacht. Die Begleitung der Band macht die Songs fülliger und trotz des Singer-/Songwriter Stils sehr kräftig. Nach den ersten drei Stücken mit Band steht Laura Marling dann aber doch alleine auf der Bühne - kommuniziert brav mit dem Publikum und lässt ihre Deutschkenntnisse zur Geltung kommen. Wirkt Marling bei ihren Songs immer sehr vertieft und mitfühlend, so spürt man ihre Lockerheit und Freude in den kurzen Pausen dazwischen. Alle Songs bekommen kräftigen Applaus. Das Publikum scheint den Abend genauso wie die Künstlerin zu genießen. "Ghosts", "Night Terror", mit gepfiffenem Solo, und der für mich sehr starke Song "Goodbye England (Covered In Snow)" lassen bei vielen Hörern sicherlich die Gänsehaut aufblitzen. Dazu kommt die Coverversion des Neil Young Klassikers "The Needle And The Damage Done", bei dem ihre Mutter früher dachte, dass es ihr eigener Song wäre. Die Band steigt später wieder mit ins Set ein. So werden die ruhigen Songs gekonnt eingerahmt.

"My Manic And I" und das fabelhafte "I Speak Because I Can" bilden dann den Schluss des nicht ganz eine Stunde lang dauernden Gigs. Eine Zugabe gibt es leider nicht. So bleibt es überraschend bei der etwas kurz geratenen Show. Durch aber nahezu keinen Schwachpunkt im Set, bleibt ein runder und sehr guter Abend in Erinnerung. Laura Marling fühlt mit ihren Songs und dieses Gefühl überträgt sie auf ihre Zuhörer. Ein unverhofft guter Abend mit ergreifendem Singer-/Songwriter Folk-Pop. Erstaunlich wie reif und groß die Songs klingen bei der erst 20jährigen Engländerin. Da kann noch einiges kommen! Freuen wir uns auf den nächsten Besuch.

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