Life Of Agony

Summer European Tour 2007 Support (Düsseldorf) Panic Cell, Drowning Pool, Devildriver, Spoiler NYC

15.06.2007 Stahlwerk / Düsseldorf

Von: Philippe Ackermann

Life Of Agony Düsseldorf

Ein gelungener Abend durch  knapp 20 Jahre Metal- und Rockgeschichte präsentierten die 5 Bands. Trotz der drückenden Temperaturen, die draussen und leider auch vor allem in der Halle herrschten, kamen zahlreiche Menschen zum Konzert. Obwohl das Billing auf den ersten Eindruck vielleicht einige Fragen aufwarf, ob diese Kombination überhaupt ein gemeinsames Publikum anspricht, harmonierte das Ganze während das Abends hervorragend.

Zu den Klängen von Drowning Pool´s „Tear Away“ betrat der Schreiber dieser Zeilen das Stahlwerk. Damit hatte ich dann leider Panic Cell komplett verpasst. DP´s Sänger Ryan McCombs, welcher vorher bei Soil tätig war, überzeugte mit seiner Darbietung. Das Publikum feierte jedenfalls Drowning Pool begeistert ab und somit war klar, dass die Band immer noch zahlreiche Fans hat. Zu befürchten war ja nach dem Tod des ursprünglichen Sängers Dave Williams, dass die Band untergehen würde. Geboten wurde Nu Metal vom Feinsten und man wünscht Drowning Pool, dass ihr neues Album, welches demnächst rauskommen soll, erfolgreich sein wird. Abgeschlossen wurde das Set mit dem Pantera Cover „Cowboys from Hell“. Durchaus gelungen, wenn auch das kantige, rhythmische Gefühl, welches das Original ausmacht, nicht so rüberkam.

Als 3. Band waren dann Devildriver an der Reihe. Gespannt war ich, da Sänger Dez Fafara mir noch aus Cold Chamber Zeiten in Erinnerung war. Damit hat Devildriver aber nichts mehr am Hut. Geboten wurde knapp 30 Minuten lang moderner Deathmetal ohne das lästige -core am Ende. Die Reaktionen im Publikum liessen vermuten, dass Devildriver nicht nur eine grosse Gefolgschaft haben, sondern auch als Headliner hätten spielen können. Erfrischend war vor allem das Bangen und Moshen der Musiker auf der Bühne, was ja bei vielen Bands heute nicht mehr in dem Masse praktiziert wird. Musikalisch und stimmlich konnten Devildriver auf jeden Fall überzeugen.

Danach waren dann Spoiler NYC dran. Hier übernahm der Bassist von Life of Agony auch die Rolle des Fronters. Geboten wurde Hardcore/Punk der durchaus erfrischend war. Das Publikum nahm das Ganze aber leider eher verhalten zur Kenntnis. Trotz vorheriger Ansage von Keith Caputo der Band doch den nötigen Respekt zu zollen. Der miserable Sound bzw. die Akkustik, der den kompletten hinteren Teil des Saals erfüllte, liess aber während des ganzen Abends differenzierteres Hören der Musik nicht zu. Was das Erlebnis eindeutig schmälerte.

Gegen 23h legten dann Life of Agony los. Mangels eines neuen Albums wurden viele alte Songs ausgepackt, welche man schon länger nicht mehr gehört hatte. Gerade trotz oder deswegen war die Stimmung sehr gut. Man sah der Band ihren Spass an, was auch die zahlreichen Ansagen zwischendurch zeigten. Trotzdem blieb der Eindruck bei einigen Liedern, dass LoA hier nur ein Konzert von vielen abspulten. Die ReunionTour von 2003 war da um einiges knackiger und energischer. Nichts destotrotz lieferte die Band ein gutes Konzert ab. Vor allem die etwas abgeänderte Version von „Weeds“ fand ich sehr cool. Aber auch nach knapp 20 Jahren Bandgeschichte, lässt sich immer noch sehr schön sehen, warum LoA in den 90ern eine herausragende Stellung in der Musik besassen. Das Konzept der verzerrten Gitarren zu der teils poppigen Stimme wurde schon oft danach kopiert, aber nie in dieser hervorragenden Kombination erreicht. Nach 70 Minuten und einer Zugabe verliessen Life of Agony dann die Bühne. Es bleibt zu hoffen, dass die Band noch eine lange Zukunft vor sich hat.

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