Linkin Park

Tour 2008 - Support: Disco Ensemble

21.01.2008 Kölnarena / Köln

Von: Leeloo242 _

Linkin Park Köln

Bis fast nach Köln-Kalk wuchsen die Warteschlangen am 21.01.08 abends zwischen 18 und 19 Uhr rund um die Kölnarena. So circa 18.000 bis 20.000 Fans wollten so schnell wie möglich in die wärmende Kölnarena hinein, um die sagenumwobene amerikanische Nu-Metal-Band Linkin Park auf ihrer sehr kurzen Deutschland-Tournee live on stage zu erleben. Nach Hannover und Frankfurt am Main spielten die erfolgreichen Rocker in Köln nun ein drittes und letztes Mal in voll ausverkaufter Halle.

Mit bebenden La-Ola-Wellen heizten sich die aus ganz Europa angereisten Fans gegenseitig an. Die Spannung stieg dabei von Minute zu "Minutes To Midnight". Die Bühne, noch in feinem Tuch gehüllt, gab einiges Gewusel preis und schon bald konnte man die Schatten von sechs Typen aus Los Angeles erblicken, die sich offensichtlich in Position brachten.

Mit dem instrumentalen Intro „Wake“ ging es dann genau wie auf dem aktuellen Album „Minutes To Midnight“ langsam aber sicher los. Scheinwerfer leuchteten in tiefem Blau hin und her. Beim sofort drangehangenen „Given Up“ ging dann schon schwer die Post ab und der energiegeladene Sänger Chester Bennington sang und schrie aus vollen Backen und hüpfte dabei fröhlich und leicht wie eine Feder von links nach rechts auf der Bühne entlang. Diesen Bühnensport präsentierte „Chazy Chaz“ dann auch ohne Erholungsphase bei den schnell aufeinander folgenden Songs „Lying From You“, „Somewhere I Belong, „No More Sorrows“, „Don´t Stay“ und „Points Of Authority“.

Nun folgte die erste Serie von Kultsongs, die wirklich jeder in der Kölnarena, auch liebevoll auf Kölsch „Henkelmännchen“ genannt, aus vollem Halse mitsang. Angefangen mit „In Pieces“ ging es dann zu dem megageilen „Numb“ über. Kurz ausruhen konnte man dann bei der sehr bedächtigen Piano-Version von „My December“, welche zum Heulen schön war. Die zweite Runde Kultsongs ging weiter und man rockte zu den Klassikern „Breaking The Habit“, dem derzeitigen Ohrwurm „Shadow Of The Day“, „Crawling“, „In The End“, „A Place For My Head“, „One Step Closer“ und „What I´ve Done“, bei dem im Hintergrund das schwer zum Nachdenken anregende Video über Überfluss, Atomkrieg, Hunger, Not, Elend, Umweltzerstörung und Katastrophen abgespielt wurde. Übrigens bezieht sich die Message des Albums unter anderem auch auf die sogenannte „Doomsday clock“, mit der man die verbleibende Zeit bis zur Vernichtung der Welt durch Nuklearwaffen symbolisieren möchte.

Einmal traute sich der quietschfidele Sänger sogar mitten ins Publikum. War dann aber ganz schnell wieder mithilfe von Bodyguards auf der ganz schön niedrig gehaltenen Bühne und sprang dort schon wieder, diesmal oben ohne, auf einem von vier kleinen Podesten rum, die am Rand der Bühne angebracht wurden. „In Between“, alleine an den Keys von Bandgründer und Rapper Mike Shinoda vorgetragen, war die erste Zugabe. Mit „Bleed It Out“ gingen dann alle nochmal ab wie ein Zäpfchen und „Faint“ war dann nun wirklich der allerletzte Song, der ungefähr 90-minütigen Darbietung.

Im Gegensatz zu den anderen Shows wurde in Köln ein Song weniger gespielt. Melodielastigere Stücke wie „Valentine´s Day“, „Pushing Me Away“ oder „The Little Things Give You Away“ wurden traurigerweise ausgelassen und somit war die gesamte Show mehr metal-trächtig und hätte ruhig noch etwas länger gehen können. Dafür war die Wartezeit zwischen der nicht erwähnenswerten finnischen Vorband Disco Ensemble und Linkin Park viel zu lang. Unglaublich unverschämt waren die Preise an den Merchandise-Ständen. Ein ganz normales T-Shirt konnte man dort nicht unter 30 € erwerben.

Immer wieder schön eine solch große Band live zu erleben, aber dennoch hab ich mir persönlich mehr davon versprochen und mir gewünscht, dass die Setlist nicht einfach nur so runtergeklappert wird. Etwas mehr Kommentare und Kommunikation mit dem Publikum wäre viel charmanter gewesen. Vielleicht hatten Linkin Park aber auch einfach am Vorabend zu heftig den Geburtstag von Drummer Rob Bourdon gefeiert.

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