Little Joy

Tour 2009 - Support: The Dead Trees

12.01.2009 Gebäude9 / Köln

Von: Stephan Kämper

Little Joy Köln

Der Charme und das Gespür für gute Musik im Gebäude 9 sorgen auch am 12. Januar wieder für einen höchst erfreulichen (Musik-) Abend. An besagtem bitterkalten Montag treten The Dead Trees und die Hauptband Little Joy auf. Letztere besteht aus dem Strokes-Schlagzeuger und Mastermind Fab Moretti, der bezaubernden Binki Shapiro und dem Stimmwunder Rodrigo Amarante. Alle drei Musiker und alle drei Eigenschaften plus eine Menge mehr sollen diesen Abend zu einem unvergesslichen machen. Doch der Reihe nach.

Die Vorband The Dead Trees betritt um kurz nach 21 Uhr die nur etwa ein Meter hohe Bühne in dem alten Fabrikgebäude an der Deutz-Mülheimer-Straße. Sie spielen ein engagiertes, etwa dreißig Minuten langes Set, ehe nach einer kleinen Pause um kurz nach zehn die Hauptgäste des Abends Little Joy auf die Bühne kommen. Bereits nach dem ersten Song spürt man deutlich, dass die Drei ihr Handwerk beherrschen und das ambitionierte erste Album zu Unrecht nicht in den Jahres-Top 25 des deutschen Rolling Stone landete. Ob es der Opener „The Next Time Around“, das wundervolle „Unattainable“ oder der Hit „Brand New Start“ ist – selten hat der Autor dieser Zeilen bei einem Konzert eine derart spielfreudige und enthusiastische Band gesehen. Der besondere Charme des Abends wird darüber hinaus noch damit versüßt, dass bei einigen Songs zum Teil acht Musiker auf der Bühne stehen, um auch jedem Hintergrundgesang oder Instrument, welche auch die Vielfältigkeit des Albums ausmachen, gerecht zu werden.

Besonders überzeugend an diesem Abend sind sicherlich die Songs, bei denen Binki Shapiro die Sängerin stellt. Die kleine schüchterne Shapiro wirkt immer irgendwie zurückhaltend und schafft es jedoch mit ihrem Charme und ihrer besonderen Stimme mehr als zu überzeugen. Dies gelingt ihr insbesondere bei dem schon erwähnten „Unattainable“.

Auch beim Konzert merkt man, dass Little Joy als selbstständige Band angesehen werden können. Sie haben gar nicht den Anspruch derart erfolgreich zu sein wie die Strokes und können somit befreit aufspielen. Und genau das ist es eigentlich, was die Musik ausmacht. Leider ist dies natürlich nicht immer einfach. Alles in allem ist das Konzert somit sicherlich einer der Höhepunkte aller meiner bisher besuchten Konzerte. Daher kann man nur hoffen, dass in Zukunft mehr als nur ein Konzert der Band in Deutschland stattfindet.

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