LL Cool J

Tour 2006

25.09.2006 Palladium / Köln

Von: Dominik Korz

LL Cool J hatte sich zum ersten Mal in Deutschland angemeldet- und das direkt für 6 Konzerte! In Köln war das Palladium der auserwählte Ort. Eine Location, die für fette Parties auf jeden Fall einer der ersten Adressen der Stadt ist. Die Halle ist groß genug um vielen Fans Einlass zu gewähren. Das hat sich das Management des Rappers offensichtlich auch gedacht. Bei großen Hallen gibt es im wesentlichen drei Probleme. 1. Das Soundsystem ist nicht gut genug, um die Menschen in den hinteren Reihen zu erreichen. 2. Man sieht weit hinten nicht mehr soviel, da die Leinwände an der Bühne meist auch nicht groß genug sind, und 3. Man muss die Halle auch erst mal voll kriegen. Paragraph 3 traf dann für LL Cool J zu. Und die ersten beiden erübrigten sich damit.

Zunächst versuchte Afrob die 500 Menschen mit seine Lyrics zu überzeugen. Ich denke, er hat es auch geschafft. Die Anwesenden gingen mit und hatten Spaß. Auch als er das weibliche Home-Girl-Duett Lissi zur Verstärkung auf die Bühne holte ließ die gute Stimmung nicht nach. Meinen Ohren haben die beiden weniger gut getan, aber da halte ich mich mal wohlwollend zurück. Doch, eine Anmerkung dazu: Es klang noch Battle-Contest zweier rivalisierender OT´s, irgendwo im weiten Norden Kölns...

Und irgendwann später am Abend, ich denke gegen 21 Uhr Ortszeit kam dann endlich der, für den man eigentlich gekommen war. Auf die Bühne gespurtet wie auf der Flucht, drückte LL ordentlich auf die Tube. In rotem Football-T-Shirt mit Yankees Cape und einem halben Juwelierladen als Gürtel heizte der Meister des Poser-Raps ein. Mittlerweile hat er ja schon zwölf Platten auf den Markt gebracht. Alle sehr marktkonform und deswegen von so manchem Oldschooler verhasst. Aber! Wenn man natürlich so einer ist wie LL, dann braucht man auch jede Menge Kohle. Und die kriegt man nur wenn man so ca. 22 Millionen Platten verkauft, diverse Sitcoms und Filme dreht. Denn was ist ein Poser ohne Geld? Arm.

Das Publikum war mittlerweile auf ca. 800 Köpfe angewachsen und die meisten waren beeindruckt vom Master Jay. Energisch pumpte er sich von einem Ende der Bühne zum anderen, warf garantiert nur einmal benutzte weiße Handtücher zu den Fans und auch an die Frauen hatte er gedacht. Rote Rosen en masse warf Ladies Love Cool James den Damen entgegen. Beim Song „control myself“ durfte dann eine den Part von J-Lo übernehmen. Etwas unsicher tat sie das und bekam zum Schluß noch eine nette Umarmung. Ähnliches durften 2-3 weitere Girls auch erleben und das war auch gut so. Hinter ihm flimmerten Videos zu manchem seiner Songs. „doin it“, „loungin“ waren natürlich die Übersongs des Abends, die uns alle dazu bewegten ein „L“ aus Zeigefinger und Daumen über unseren Köpfen wehen zu lassen. Mit 50 Cent wird er bald ein neues Album aufnehmen. Das ist natürlich klug, weil der vom Typ her nicht viel anders ist, dafür aber konsequenter in den europäischen Charts steht. Mal schauen was die Wertschöpfungskette so her gibt. Aber wer´s nicht mag, braucht ja auch nicht hingehen. Ich war da, bereue es nicht und stehe dazu. Es war ein cooler Abend mit einem der Coolsten dieser Zeit.

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