Lyle Lovett

Tour 2009 - with His Small Acoustic Band

29.03.2009 Tanzbrunnen / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Lyle Lovett Köln

Anders als von vielen erwartet, ist Lyle Lovett nicht mit seiner “Large Band”, sondern mit einer kleinen, feinen Acoustic Truppe heute Abend in Köln zu Gast. Schon vor Beginn werden die anwesenden Fotografen in die letzte Reihe verbannt, da Herr Lovett ansonsten das Konzert unterbrechen wird. Dies stößt natürlich auf große Begeisterung bei den Kollegen, auch wird die Ausbeute an guten Fotos so naturgemäß relativ gering ausfallen.

Das Theater am Tanzbrunnen ist trotz des hohen Besuches nur gut zur Hälfte gefüllt, jedoch gibt sich die lokale Prominenz hier ein Stelldichein. Arno Steffen, Rolf Lammers, sowie Abordnungen der Höhner und der Bläck Föös sind unter den Gästen und die Stimmung ist freudig und erwartungsvoll. Um 20.15 Uhr geht das Licht aus, doch dauert es noch eine Weile, bis sich die Musikanten auf die Bühne bequemen, sogar die Musik vom Band wird noch einmal eingeschaltet.

Dann aber geht es los und Lyle Lovett begrüßt das Publikum auf Deutsch. Schließlich hat er das in einem früheren Leben mal studiert. Weiter geht es aber "texan", wofür er sich entschuldigt, sein Englisch sei nicht so gut. Frohsinn auf allen Seiten, ebenso wie bei seinem Konzert am 26.3. in Hamburg, wo er den gleichen Witz riss.

Lovett erzählt uns von seinem letzten Besuch in Köln, 1978, als er eine Schiffstour nach Koblenz unternahm, inklusive Wein. Soweit er sich noch erinnern kann, muss es wohl schön gewesen sein. Dann kommt auch endlich die Musik an die Reihe. Unterstützt von John Hagen am Cello, Victor Krauss am Bass, Russ Kunkel (Crosby, Stills, Nash & Young, Bob Dylan, Jackson Browne, Bee Gees, Linda Ronstadt etc.) am Schlagzeug und Keith Sewell an Gitarren, Gesang und Mandoline gibt er einen Überblick über sein musikalisches Schaffen, das ihm schon vier Grammys einbrachte. Dabei bestreitet er einen Großteil des Abends mit Songs seines letzten Albums "It´s Not Big, It´s Large", doch auch Songperlen aus längst vergangenen Zeiten, wie beispielsweise "Private Conversation" fehlen natürlich nicht.

Die Band spielt sehr locker, tight, da wackelt nichts, jede Regung des MC Lovett wird aufgenommen und perfekt umgesetzt. Soli sind Keith Sewell vorbehalten, der diese auch routiniert zum jeweiligen Zeitpunkt aus dem Ärmel schüttelt. Dabei ist das Gehabe auf der Bühne sehr statisch, Bewegung gibt es in erster Linie während der vielen Zwiegespräche der Musiker, die zum Teil für Belustigung, hauptsächlich aber für störende Unterbrechungen des Konzertes sorgen. Musikalisch ist das alles vom Feinsten, aber das ist bei diesen Musikern ja auch nicht anders zu erwarten.

Nach knapp zwei Stunden "gehobener Unterhaltung" ist der Spuk vorbei und das Publikum geht teils zufrieden, teils enttäuscht nach Hause.

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