Lynyrd Skynyrd

God & Guns Worldtour 2009 - Support: Björn Berge

25.05.2009 Palladium / Köln

Von: Marco Wirges

Lynyrd Skynyrd Köln

Es gibt nur wenige Bands die man mit den Attributen laut, ehrlich und dreckig beschreiben kann. Lynyrd Skynyrd gehören definitiv dazu. Wobei das virtuose Zusammenspiel der Guitarreros Rickey, Gary und Mark alles andere als dreckig bezeichnet werden sollte, sondern eher "sauber" und auf den Punkt gebracht ist. Und genau das darf man sich am heutigen Montag im Palladium in Köln zu Gemüte führen.

Wer jemals in seinem Leben bei einem Bikertreff war, der kann sich von Anfang an wohlfühlen. Beachtlich ist, dass es die Mannen um Johnny van Zant verstehen, auch das jüngere Publikum anzusprechen, das bei der Veröffentlichung von "Free Bird" 1973 noch nicht mal in Planung war oder aber "Sweet Home Alabama" nur als Sample von Kid Rock kennt. Eben jenem wurde aber auch die Ehre zuteil Lynyrd Skynyrd 2006 bei der Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall of Fame zu präsentieren. Und ginge es nicht nur um musikalische Leistung, sondern auch darum was eine Band alles überstehen muss, sie hätten die Ehrung schon lange verdient.

So vergehen auch keine zehn Minuten in denen Johnny nicht daran erinnert: "Don't forget Son-there is someone up above". Allerdings wirkt es zu keinem Zeitpunkt übertrieben pathetisch, sondern authentisch. Lynyrd Skynyrd verkörpern einfach die für einige vielleicht zu stereotype, für andere aber die ehrliche rauhe Südstaatenideologie, wo Männer noch körperlich ran müssen, Whiskey als Wasserersatz zählt und Patriotismus schon mit der Muttermilch verabreicht wird. Wem das nicht zusagt, der hat wahrscheinlich nicht so viel Spass bei den Klassikern wie "Gimme Back My Bullets", "Sweet Home", "Simple Man" und natürlich "Free Bird". Leider ist aber auch genau dieser Song die einzige Zugabe und das Konzert nach exakt 90 Minuten vorbei. Ohne Schnick-Schnack, Pyros und anderen Firlefanz, alles in allem ein grossartiges Konzert einer Band, die viele Verluste hinnehmen musste und die den "Spirit" des Southern Rock nicht nur überträgt sondern auch verköpert.

Erwähnenswert wäre aber noch die "Vorgruppe" bzw. der norwegische Solokünstler Björn Berge. Vielleicht ein wenig anstrengend, ihm mehr als eine Stunde zuzuhören, aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Bewaffnet (und das trifft es sehr genau) mit akkustischem 12-Saiter, Stompbox und herrlich verbrauchter Bluesstimme rast er in irrwitziger Geschwindigkeit über die Bünde, dass einem schwindelig werden kann. Nicht umsonst lautet sein Spitzname "Stringmachine". Sollte er mal in der Nähe sein, werde ich mir bestimmt ein Ticket besorgen.

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