Flowers Of The Departed-Tour 2011
Zum Abschluss der Tour zum neuen Album "Flowers For The Departed" sind M. Walking On The Water heute Abend zu Gast im Kölner Underground. Dank des lauen Frühlingsabends trifft sich das leicht angegraute Publikum im Biergarten und schwelgt in Erinnerungen an Konzerte der Band in den 80er und 90er Jahren, als M. Walking On The Water neben Phillip Boa und Poems For Laila die Independentgröße der deutschen Szene darstellten. Ende der 90er zog die Band dann nach neun veröffentlichten Alben einen vorläufigen Schlussstrich. Man hatte schließlich fast 15 Jahre auf dem Buckel und die Gruppendynamik verlangte nach Veränderung. 2009 gingen M. Walking On The Water dann plötzlich auf eine Vier-Städte-Tour durch Norddeutschland und die Band konnte bei diesen Konzerten gerade live das Publikum tatsächlich wieder überzeugen. Es war so, als seien sie nie weg gewesen.
Als um 20:40 Uhr die ersten Töne nach draußen dringen, strömen die knapp 425 Gäste in die Halle. Von Anfang an werden die Songs der Band aus Krefeld mit begeistertem Kopfnicken angenommen. Es ist in der Tat alles so, als wären M. Walking On The Water nie weg gewesen. Auch 2011 haben sie ihre legendäre Lightshow dabei, weißes Licht, das in der Helligkeit variiert. Spätestens bei "Holy Night Of Rosemarie" singen alle mit und die Zeit scheint zurückgedreht. Neben Songs der aktuellen Veröffentlichung spielt sich die Band durch die alten Alben wie "Pluto" und "Wood", wobei das Debüt besondere Beachtung findet. Bei "Melitaah" kommen endlich auch die auf Stangen montierten Glühbirnen zum Einsatz, die völlig losgelöst von Rhythmus und Musikern dem Publikum zuwinken. Kleinere Probleme mit dem Gitarrensound ringen Markus Maria Jansen einen Aufruf zu verstärktem CD-Verkauf ab, in der Hoffnung sich davon ein neues Instrument leisten zu können.
Mike Pelzer wechselt währenddessen unermüdlich zwischen Akkordeon, Keyboard und Orgel hin und her und tatsächlich scheinen sich die beiden Musiker wieder gefunden zu haben. Auch der Rest der Band bedient seine Instrumente sehr versiert, das Publikum singt fast jeden Song mit, sogar Ansätze von Pogo sind auszumachen, bevor dann um 22 Uhr erst mal Schluss ist. Lange bitten lassen sich M. Walking On The Water aber nicht, bevor sie zwei weitere Songs zum Besten geben. Im nächsten Zugabenblock bekommen die einzelnen Musiker bei "Party In The Cemetery" ausgiebig Gelegenheit ihre solistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Nach einer erneuten Pause spielen sie auf der eingenebelten Bühne noch "The Waltz", was vom Publikum mit kollektivem Schunkeln beantwortet wird. Um 22:45 Uhr ist dann wirklich Schluss. Gut gelaunt, vielleicht ein wenig wehmütig ob der vergangenen Zeit, gehen alle nach Hause. Froh noch einmal dabei gewesen zu sein.