Marillion

Somewhere Else Tour 2007

13.05.2007 E-Werk / Köln

Von: Jörg Lorenz

Marillion Köln

Marillion sind schon ein Geheimnis. Da sind also nun diese fünf Musiker aus dem vereinigten Königreich und machen gefühlvolle aber kraftvolle Musik. Bewegend aber rockig. Ihre Musik ist so abwechslungsreich, dass sie regelmäßig eine Convention veranstalten, auf der sie drei Abende nacheinander spielen, ohne dass es langweilig wird.

Gerade veröffentlichten sie ihr neues Album "Somewhere Else", das 14. Werk. Und das sind immerhin drei mehr als U2, zwei mehr als die Beatles und genau so viele wie die Ramones. Doch von der Quantität zur Qualität - dass Marillion Alben beim ersten
anhören immer etwas kompliziert, sperrig und nicht eingängig klingen, ist beabsichtigt und auch gut so. Jedoch hört man viele Fans an diesem Abend im E-Werk über "Somewhere Else" reden. Da ist von "schwach" und "Resteverwertung" vom letzten Album die Rede, und kaum jemand ist wirklich vom Album überzeugt. Bezeichnend vielleicht auch die Tatsache, dass an diesem Abend nur vier Songs vom neuen Album gespielt werden. Aber der Reihe nach.

Mann kann Marillion ja einiges vorwerfen, aber nicht, sie würden ihre Vorgruppen schlecht behandeln. Mit einer Lightshow wie es einem Headliner gebührt bestreiten Sternkin ihr Heimspiel. Die Kölner sind so perfekt und so nah an Coldplay, dass es fast schon erschreckend ist.

Dann, gegen 21.15 Uhr betreten Steve Rothery (Git), Mark Kelly (Keys), Pete Trewavas (Bass) und Ian Mosley (Drums) und der stets zwischen Genie und Wahnsinn, in diesem Fall auf Fellpantoffeln, wandelnde Steve Hogarth die Bühne und beginnen fulminant mit Splintering Heart.  Der Sound ist ordentlich, die Band gut gelaunt. Die Engländer sind sogar so gut gelaunt, dass der Zwischenruf aus dem Publikum:" Invisible Man!! Please, Please Please!!!" nicht ungehört bleibt. Nach einer kurzen, zynischen Nachfrage ob die Band den Song drauf hat - Invisible Man und Gänsehaut! Die Setlist an dem Abend ist nahezu perfekt. Easter, ebenso auf Zuruf, Afraid Of Sunlight, Beautiful und King - allerspätestens jetzt hat´s gezündet. Und wie! You´re Gone, Fantastic Place und schließlich The Release und das unglaubliche Neverland als Zugabe.

Die Band ist locker, positiv, spontan, einfach vollkommen überzeugend! Aber auch mal ein Lob an das Publikum. Mal laut jubelnd und mitklatschend, konnten sie in den nötigen Stellen auch mal einfach still sein! Der Gig hatte echt keinen Durchhänger, keine Zeit zum Bier holen, kein Platz für Unaufmerksamkeit - mit der Ausnahme vom doch ziemlich leiernden Seperated Out. Selbst die Songs vom neuen Album waren live energievoller und gingen mehr ans Herz als vom Silberling. Somewhere Else mit Megaphon hat echt was von Rock ´n´ Roll und The Other Half mit H am Piano und "You Can Stop Poverty - In Your Live Time" Schriftzug geht wirklich nahe.

Als es dann gegen 23.30 Uhr beendet war, eine halbe Stunde vor Hogarths Geburtstag, brauchte man wirklich erst mal eine ganze Zeit zum runterkommen - und das ist leider nicht bei jedem Konzert so.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Sebastian Black