Marillion

Somewhere Else - Listening Party

13.02.2007 Top of Cologne / Köln

Von: Andreas Weist

Marillion Köln

Am 13.02. fand in Köln die erste Listening Party des neuen Marillion-Albums „Somewhere Else“ statt. Das Album wird am 13. April erscheinen und wurde auf diesem Event Vertretern der Presse und ausgewählten Fans erstmals in voller Länge vorgestellt. Weitere Parties in Europa und dem Rest der Welt werden folgen.
Als Veranstaltungsort wurde der 45. Stock des AXA-Hochhauses in Köln gewählt. Ein genialer Platz mit dem bezeichnenden Namen „Top of Cologne“. Sänger Steve Hogarth und Gitarrist Steve Rothery erschienen, um dieses Ereignis gemeinsam mit den Journalisten und Fans zu begehen.
Ein Teil der Songs wurde bereits auf der internationalen Marillion-Convention (dem vierten Marillion-„Weekend“) am ersten Februarwochenende in Ouddorp/Holland zum besten gegeben. Rothery sagt aber selbst im Interview mit MHQ, dass man nicht genügend Zeit hatte, um die komplexen Songs für eine Live-Aufführung einzuüben. So waren die ersten Eindrücke dieser Show auch recht schwammig.
Die Studioversionen entschädigen nun für alles. Als Opener des Albums wurde „The Other Half“ gewählt, ein progressiver gitarrenlastiger Song, wie man dies von Marillion gewohnt ist. Dann folgt mit „See It Like A Baby“ die erste Single-Auskopplung, die im März die Hitlisten erobern soll. Wie vor drei Jahren mit „You’re Gone“ hat man einen Song ausgewählt, der keineswegs radiotauglich ist, sondern vielmehr in komprimierter Form die wichtigsten Elemente eines Marillionsongs enthält. Gewöhnungsbedürftig sind nur wieder die teilweise programmierten Drums. Danach folgt mit „Thankyou Whoever You Are“ der erste wirklich radiotaugliche Song, eine Ballade, die Steve Hogarth mit gewohnt einfühlsamer Stimme vorträgt.
Der vierte Song „Most Toys“ stellt einen Bruch im Album dar. Es ist ein kurzer, chaotisch anmutender Song, den der Hörer entweder lieben oder hassen wird. Ein dazwischen gibt es nicht, wenn man den Reaktionen der Anwesenden trauen darf.
Dann aber startet das Album mit dem Titelsong erst richtig durch. Diese Zweiteilung erinnert mich etwas an „Afraid Of Sunlight“, das nach meinem Empfinden auch erst in der zweiten Hälfte seine wahre Stärke zeigte. „Somewhere Else“, „A Voice From The Past“, „No Such Thing“, „The Wound“ und „The Last Century Für Man“ haben das Zeug zu wahren Prog-Klassikern. Marillion ziehen alle Register ihres Könnens, seien es eindringliche Gitarren-Soli, atmosphärische Keyboard-Sounds, meisterhafte Drums oder ein genialer Bass. Hogarth setzt dem stimmlich die Krone auf und klingt besser denn je.
Den Abschluss bildet das akustische „Faith“. Erneut ein Bruch im Album wie weiland bei „Brave“, als „Made Again“ den Hörer wieder in die Wirklichkeit zurück holte. Eine leichte Enttäuschung, denn es wurden große Veränderungen des Songs gegenüber der Uraufführung 2003 angekündigt, die sich aber auf die Schluss-Sequenz beschränken.
Was bleibt nun als Fazit? Marillion haben sich endgültig aus dem Tief der „.com“, „Radiation“ und „Anoraknophobia“-Zeit erholt. Wie „Marbles“ bietet „Somewhere Else“ alles, was die Fans der Band hören wollen – und es gibt ein in sich geschlossenes Gesamtbild. Ob dies ausreicht, um endlich wieder die Charts zu stürmen, will ich mal dahin gestellt lassen... Aber wollen wir das wirklich? Den Reiz der Band macht es doch schon seit langem aus, das „bestgehütetste Geheimnis der Musikindustrie“ zu sein.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Eagles Tickets bei www.eventim.de