An Acoustic Performance - Support: Duke Garwood
Um 19:30 Uhr, laut Timetable schon Beginn des Gigs, ist das Luxor gerade mal zu gut einem Drittel gefüllt. Dabei gibt heute Abend Mark Lanegan, einer der bedeutendsten Sänger der Gegenwart im Bereich Rock und Blues, eines seiner wenigen Konzerte in Deutschland. Wenn man irgendeinen relevanten Musiker sucht, der es vermag, den Blues in die Neuzeit zu transportieren, dann ist Mark Lanegan neben Jack White mit Sicherheit die erste Wahl. Schon als Sänger der Band Screaming Trees verdiente er sich erste Meriten und brachte seine Liebe zum Blues in die vom Grunge dominierte Musik ein. Spätere Zusammenarbeiten mit den Queens Of The Stone Age, Isobell Campbell, den Twilight Singers, aber auch solo mehrten die Fanschar. Zuletzt war er mit der Formation Soulsavers in Köln zu Gast und drückte auch hier dem Abend seinen Stempel auf.
Der heutige Abend läuft unter dem Motto "An Acoustic Performance" und die Freude auf Mark Lanegans Stimme pur ist groß. Das Publikum ist im Durchschnitt recht jung, die verschiedenen Kollaborationen und Soloarbeiten haben wohl nicht nur die alten Fans angesprochen.
Um Viertel vor Acht betritt Duke Garwood die Bühne, ein Sänger und Gitarrist aus London, der im Halbdunkel seine Version des Blues aufführt. Erinnerungen an Chris Whitley werden wach, wobei sich das Gitarrenspiel auch sehr an dem fillbetonten Ansatz von Herrn Hendrix orientiert. Schon jetzt wird das sich den Abend durchziehende Problem des Konzerts deutlich. Obwohl sich die Gespräche im Publikum in Grenzen halten, ist der Vortrag des Künstlers nur am Rande hörbar, Konzertstimmung kommt da nur wenig auf. Trotzdem bekommt Duke Garwood den verdienten Applaus und verlässt nach gut 45 Minuten die Bühne.
Um 20:40 Uhr, mittlerweile ist das Luxor zu gut ¾ gefüllt, betreten David Russell und Mark Lanegan die Bühne. Russell sorgt für die Gitarrenarbeit, die komplett auf die Ruhe gebietende, markerschütternde Stimme Mark Lanegans ausgelegt ist. Die beiden schwelgen im gesamten Katalog der Songs von Lanegan, allen voran natürlich aus den Soloalben "I´ll Take Care Of You", "Field Songs" oder "Bubblegum", doch auch Songs der verschiedenen Zusammenarbeiten kommen zu neuer Geltung. Wie auch schon bei Duke Garwood ist der Auftritt von Lanegan und Russell viel zu leise, anfängliche Begeisterungsausbrüche werden nach und nach von Plaudereien und Fachsimpeln abgelöst, sodass der Anlass der eigentlichen Anwesenheit in den Hintergrund tritt. Schade eigentlich, da wäre wesentlich mehr möglich gewesen. Ach so, eigentlich unnötig zu erwähnen, dass das Konzert nahezu unter Ausschluss von Beleuchtung stattfand.