Minx Tour 2007
MARSMOBIL ist das facettenreiche Space-Pop-Bandprojekt des gebürtigen Mailänders und Wahl-Münchners Roberto Di Gioia, dem ehemaligen Keyboarder von Klaus Doldinger's legendärer Jazzrock-Formation "Passport".
Gemeinsam mit Peter Kruder (K&D, Peace Orchestra, Voom Voom) und Christian Prommer (Fauna Flash, Trüby Trio, Voom Voom) bedient sich Di Gioia zwar stilsicher und kenntnisreich an der trashig-analogen Klang-Ästhetik der 60er und 70er Jahre Synthies, führt diese allerdings mit kontemporären Produktionsmitteln und einem außergewöhnlichen Gespür für Songwriting fort.
Veredelt werden diese akustischen Extravaganzen von der Sängerin Martine Rojina, die für das zweite Album "Minx", das 2006 für den Preis der deutschen Schallplattenkritiker nominiert war, mit ins Boot geholt wurde.Während des letztjährigen Sommers lieferte die Combo mit dem Titel "We love Munich" die WM-Hymne der bayerischen Landeshauptstadt und tourt nun - seit Anfang April diesen Jahres - quer durch die Republik.
Nachdem man im vergangenen Dezember bereits im Rahmen des o2-Musicflashs das Ambiente des Studio 672 kennenlernen durfte, fand ihr Auftritt dieses Mal im Konzertsaal des Stadtgartens statt.
Leider war der Besuch nur sehr dürftig - maximal 25 Zuhörer wohnten der gut 80minütigen Melange aus Jazz, Indian Folk, Psychedelischem Pop, Trip Hop und Filmmusik bei - eigentlich schade.
Ob dies nun an dem Termin unter der Woche, der Location, nicht ausreichender PR oder schlicht und einfach an der Tatsache lag, dass dieser Act bisher nur Insidern bekannt sein dürfte, ist schwer zu sagen. Der Gig am darauf folgenden Tag fand jedenfalls in der "Homebase" München statt - mit sicherlich mehr Besuchern. Vielleicht wäre ein an das Konzert anschliessendes Live-DJ-Set von Peter Kruder, der im übrigen nicht zur Live-Besetzung zählt, an ausgewählten Veranstaltungsorten der Tour eine Überlegung wert gewesen.
Sehr angenehm war allerdings, dass sich dadurch für interessierte Besucher die Gelegenheit bot, nach dem Auftritt einen kleinen Plausch mit den Bandmitgliedern zu halten und eine streng limitierte CD-Edition - natürlich von den Künstlern handsigniert - zu erwerben.
Insofern dürfte sich der Abend für die wenigen, die gekommen waren, mehr als gelohnt haben.