Maserati

Tour 2011

17.03.2011 Kulturzentrum Bahnhof Langendreer / Bochum

Von: Thomas Welsch

Maserati Bochum

Die Türen zur Halle des Kulturzentrums Bahnhof Langendreer sind verschlossen. Ein kleiner Aushang weist darauf hin, dass das heutige Konzert der amerikanischen Instrumentalband Maserati nebenan im Studio 108 stattfindet. Studio, das klingt nach intimer Wohnzimmer-Atmosphäre. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein sympathisch eingerichteter Raum mit einer Kapazität von immerhin 300 Besuchern. Heute ist dieser Ort vielleicht zur Hälfte mit einem buntgemischten Publikum gefüllt. Von jung bis mittelalt und von alternativ bis chic.

Die ersten Töne des Abends kommen aus einem Muschelhorn und sind dem verstorbenen Drummer des heutigen Hauptacts Jerry Fuchs gewidmet. Günter Schickert, ein Veteran des Krautrocks wurde von Maserati gefragt, sie bei ihren Deutschland-Gigs zu unterstützen. Seine Klangkonstrukte werden von Frauke Helwes mit gesprochenen Worten und Performance begleitet. Eine für ein Rockkonzert sehr ungewöhnliche Atmosphäre verströmen die beiden mit ihrer Kunst, die sehr politisch gefärbt ist. Der Kampf gilt zum Beispiel dem bedingungslosen Grundeinkommen für alle.

Ganz so kämpferisch geben sich Maserati nicht. Erstens ist das auch nicht nötig und zweitens kann es ihnen niemand verübeln. Wer jemals Videomitschnitte der Band aus vergangenen Tagen gesehen oder die Band gar live erlebt hat, der weiß, dass sie durch den Tod von Jerry Fuchs nicht nur einen Gefährten und begnadeten Drummer, sondern ihr Kraftzentrum verloren haben. Selten war eine Band so auf ihren Schlagzeuger ausgerichtet als diese aus Athens. Da klafft eine schmerzliche Lücke, die auf dieser Tour A.E. Paterra von ZOMBI zu füllen versucht. Während der ersten Songs und da vor allem bei "Oaxaca" wirkt das Schlagzeug seltsam abgenabelt vom Gesamtsound. Das mag auch an der schlechten Abmischung liegen. Ab "They´ll No More Suffer From Hunger" wird´s besser. Alles wirkt homogener, rechtzeitig vor dem psychedelischen Mittanz-Rhythmus von "We Got The System To Fight The System". Obwohl das aktuelle Album "Pyramid Of The Sun" ein wirklich gelungenes Werk ist und die Setlist des Abends deutlich dominiert, sind es doch "Monolits" und "Inventions" die besonders zu gefallen vermögen.

Maserati machen eine Art Postrock, der zum Teil sehr zum Mittanzen animiert. Da muss man noch nicht einmal grundsätzlich an Rockmusik interessiert sein. Trotzdem bleiben viele Beine an diesem Abend aus meiner Sicht überraschend ruhig. Als Zugabe kommen die Mikrofone doch noch zu ihrer Bestimmung. Es wird gesungen und geschrien zum Pink Floyd-Cover "Run Like Hell". Und als viele Besucher angesichts dieser Gefühlsausbrüche beginnen aufzutauen, ist der Auftritt von Maserati in Bochum auch schon wieder zu Ende. Eine Tour ist sehr kräftezehrend, ja. Aber eine Stunde Spielzeit ist einfach zu wenig. Diese Tour hat aber vielleicht einfach nur die Funktion der Trauerbewältigung und des Versuchs, trotz des Verlustes weiter zu machen. Ich bin gespannt, wohin die Reise dieser nicht gewöhnlichen Band führt.

Setlist:

Who Can Find The Beast?
Oaxaca
They'll No More Suffer From Hunger
We Got The System To Fight The System
Monoliths
They'll No More Suffer From Thirst
Pyramid Of The Sun
Inventions
---------------
Run Like Hell

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Bon Jovi Tickets bei www.eventim.de