Massive Attack

Tour 2006 - Support: DJ Shadow

16.08.2006 Philipshalle / Düsseldorf

Von: Hans-Jürgen Hoffmann

Massive Attack Düsseldorf

Den Support "DJ Shadow" haben wir uns dann doch gespart. Erstens war es schon auf dem "Sonar" Festival 2006 in Barcelona dieses Jahr nicht der super Gig und zweitens paßt der Sound nicht wirklich zu einer der stilbildendsten Trip Hop Bands, den Massive Attack. Wir waren gespannt.

Vorab wurden aber erstmal etliche Leute aus der Halle getragen. Die Luftversorgung bei geschlossenen Fenstern in der Philipshalle war alles andere als ausreichend. Warum Massive Attack jetzt schon zum zweiten Mal hier aufgetreten sind, bleibt unverständlich. Von 8.500 möglichen Besuchern waren knapp 4.000 da. Tribüne und Oberrang waren komplett abgehangen. Kein schöner Anblick der einem da geboten wurde, aber man konnte sich ja mit Altbier oder Jever Pils "über Wasser halten" und die Halle auch noch weiter schön zuqualmen. Wir haben die Zeit genutzt, um dem bunten Treiben aus dem Hintergrund zuzuschauen. Das Publikum bestand überwiegend aus Endzwanzigern bis Mittdreißigern. Das war wiederum sehr angenehm, da alles ohne Hektik und Geschrei ablief.

Und dann kamen sie auf die Bühne und die Atmosphäre war hypnotisch. Sechs Mikroständer standen nebeneinander. Blaues Licht fiel seitlich auf die Bühne. Ein Schlagzeug links, ein Schlagzeug rechts. Die Keyboards in der Mitte, Gitarre und Bass daneben. An der Bühnenrückwand eine riesengroße, gebogene Scheinwerfermauer, die ein strahlendes Lichtermeer im Rücken der Band projezierte. Ansonsten war da kein Schnickschnack, der in irgendeiner Weise ablenkte.

Und so war es dann auch. Robert Del Naja alias 3D mit seiner fünfköpfigen Band im Gefolge bringen einen Sound auf die Bühne, der um einiges druckvoller ist als auf Platte. Da dominierten die live getrommelten Beats, die hart angeschnittene Gitarre, die wechselnden Vocalparts, die typische Bassline des Massive Attack-Sounds mit elektronischem Störfeuer von einer sehr gut eingespielten Band. Das war Vollkontakt nicht nur zum Hören, sondern auch zum Fühlen. Wer an der Entwicklung von Massive Attack in den letzten Jahren nicht teilgenommen hat, konnte es dann doch ein wenig befremdlich finden. Ich sage nur herzlich Willkommen im neuen Zeitalter. Willkommen auf einem Live-Konzert, wo man so richtig durchgerüttelt wurde.

Das Ganze wurde dann noch harmonisch abgerundet mit Ex- und Jetzt wieder-Member Daddy G, den Gästen Ex-Cocteau Twins-Member Elizabeth Fraser, Deborah Miller und dem großartigen Horace Andy. Bei seinem Auftritt mit "Hymn Of The Big Wheel" stockte mir der Atem. Da war wieder der sphärische Sound des "Blue Lines"-Albums, den alle kennen. Und auch die Klassiker kamen mit: "Safe From Harm", "Teardrop", "Inertia Creeps" oder "Unfinished Sympathy".

Ein wirklich beeindruckendes Konzert, das auch noch nachhaltend auf mich und meinen Kollegen Dominik Korz gewirkt hat. Für mich eine glatte Eins. Auf das neue Album kann man gespannt sein. Vielleicht wird es ja genauso ein musikalisches Feuerwerk wie heute in der Philipshalle. Lets do it Massive Attack!!!

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