Tour 2005
Die Rückkehr einer der größten und bedeutensten Metal Bands.
Als ich ende letzten Jahres die Information bekam, dass Megadeth in der Kölner Live Music Hall gastieren werden, streckte ich die Arme in die Höhe und zeigte meinen vier Wänden und anschließend meinem Mitbewohner die metalllische Pommesgabel. Kurzerhand sah ich mich ein Jahrzehnt zurückversetzt auf diversen Megadeth Konzerten und fühlte mich wie ein kleines Kind, dass sich vor Freude im Kreis dreht. Einses war mir klar: am 19.02.05 werde ich in der Live Music Hall sein. Mit den alten Metal Freunden aus der Anrather Heimat im Gepäck gings dann mit hohen Erwartungen auf zur restlos ausverkauften LMH. Ein geschmÃschtes Publikum, von 12-50 Jahre war glaub ich alles vertreten.
Die Vorband Diamond Head leider verpasst, warteten wir nun auf Megadeth Mastermind Dave Mustane und seinen Mannen. Korrektur! Eigentlich nur auf Dave, da sonst keines der alten Band- und Gründungsmitglieder (Marty Friedman, Nick Menza, David Ellefson) mehr dabei ist. Wirklich sehr schade bei einer Formation, die seit 1990 Metal-Geschichte geschrieben hat.
Als die Backline enthüllt wurde, war das Staunen groß, denn so ein Drum-Kit hatte ich zuvor noch nie gesehen - ein absolutes Monstrum. Um 20.15h war es dann soweit. Die Lichter gingen aus, die Bühne in Nebel gehüllt und Dave himself auf der Bühne. Als Opener spielte die Band „Blackmail the Universe“. Der erste Song des neuen Albums „The System has failed“, welches ich nicht nur ziemlich schlecht finde, sondern auch wie seine zwei Vorgänger in der Megadeth Discographie für nicht erwähnenswert halte. Mit „ Skin o´ my Teeth“, dem ersten mir gut bekannten Stück, brach auch meine Zurückhaltung. Endlich begann die Zeitreise, die jedoch durch zuviel neue Stücke immer wieder unterbrochen wurde. Es folgten „In My Darkest Hour“ vom 1988 erschienen Album „So Far, So Good... So What“, „She-Wolf“ von „Cryptic Writings“. „Angry Again“, dem Soundtrack zu Last Action Hero wurde ebenso wie Black Sabbaths „Paranoid“ zum Besten gegeben. Nicht zu vergessen ist natürlich „Hangar 18“.
Neben einer Huldigung an Dimebag Darrel (Pantera), erinnerte Mustane auch an Bon Scotts Todestag (19.02.), und ließ es sich nicht nehmen, einen Song des alten AC/DC-Sängers ins Programm mit aufzunehmen. Nach „Problem Child“ vom Album Let there be Rock, dass laut Mustane auch sehr gut auf ihn zutrifft, spielte die Band „Mechanix“, das einzige Stück ihres ersten Longplayers „Killing is my buisness..“. Bevor mit „Symphony Of Destruction“ das Finale eingeläutet wurde und Megadeth mit „Holy Wars“ ihr letztes Lied einer 120 minütigen Show spielten.
Da die letzten drei Alben mehr oder weniger komplett an mir vorbei gegangen sind, war ich zum einen sehr froh, dass von Risk und The World Needs A Hero keine Lieder gespielt wurden, zum anderen enttäuscht, dass soviele neue Lieder gespielt wurden. Zumal die Band über diverse Lieder verfügt, die meines Erachtens gespielt werden müssen. Dennoch kamen die Songs des neusten Longplayers zumindest bei den jüngeren Besuchern gut an. Ein spezielles Konzert war es trotzdem. Mustane war unglaublich sympatisch und gesprächig, ist und bleibt einfach ein Koriphäe in der Metalwelt. Es hat sehr viel spaß gemacht, ihn hautnah wieder zusehen. Wer das Konzert nicht sehen konnte und Megadeth unbedingt sehen möchte, sollte bei den diesjährigen Festivals ausschau halten, denn bei dem ein oder anderen wird die Band mit Sicherheit vertreten sein.