Monsters Are Back mit Dirty Deeds79 & Kissin Time
For those about to rock – we tribute you! Was soll man eigentlich schlechtes über Cover-Bands sagen? Der Sound ist nahe am Original, ebenso wie die Kostüme, bis hin zu den Haaren auf der Brust. Und wann sah man Kiss oder AC/DC nach 1975 schon mal in so einem kleinen Club wie dem Bürgerhaus Stollwerck? Außerdem trinkt man Bier endlich mal ohne schlechtes Gewissen, weil man sich ja einreden kann, dass man nichts verpasst, sind ja nicht die Originale! Also ich mag Cover-Bands.
Besonders wenn es Kissin´ Time ist. Die Show ist absolut der Hammer! Einzig die Techniker sind bei Cover-Bands eben dann nie da wenn man sie braucht. Als bei Ace Frehley der Sound ausfällt, ist natürlich kein Roadie weit und breit. Und die Auflagen scheinen strenger zu sein als bei den Original-Bands. So kommt Gene Simmons mit einer Protestfackel auf die Bühne, weil ihnen alle Pyros verboten wurden. Dafür kracht es aber musikalisch umso mehr. "Do You Love Me", "I Love It Loud" oder "2000 Man" und endlich fühle ich mich mit meinem Stones-Shirt nicht mehr so fehl am Platz. "I Was Made For Lovin´ You" spielen sie für all die Damen. Dann mit "God Of Thunder" eher einen Song für die Herren. Stilecht mit Axt-Bass und zerbissener Blutkapsel steht Gene, unter lauten "Gene, Gene"-Rufen allein auf der ziemlich dunklen Bühne und lässt sich das Blut über die blanke Brust laufen. Und das in der Nacht auf Karfreitag. Aber wer einen Front Door Key für die Playboy Mansion hat, dem ist es wohl egal ob er nochmal in den Himmel kommt. Als Kiss dann mit Blick auf die Uhr die Bühne räumen, singt das Publikum so lange "Rock And Roll All Night", dass sie sich dann doch noch nicht ganz von der Bühne trauen. Mit Konfettiregen und einem grandiosen "Detroit Rock City" ist dann aber wirklich Schluss. Schließlich wartet noch der Headliner.
Und das sind die Dirty Deeds ´79 aus Bonn. Sie sind AC/DC! Mehr gibt es dazu eigentlich kaum noch zu sagen. Auch wenn das australische Original im Gegensatz zu den Detroitern vorher etwas weniger Show hergibt, wird musikalisch nochmal eine Schippe draufgelegt. Bei "Live Wire" weiß man gleich wo man dran ist. Ein Versprechen, das den Abend über absolut gehalten wird. "Rock ´n´ Roll Train", "TNT" ist unglaublich, und bei "Thunderstruck" oder "Sin City" wird getanzt und geschubst, dass es einem Stadion würdig wäre. Auch den üblichen "Angus Strip" gibt es. Wo Angus jedoch oft eine Deutschland-Fahne auf seinem Allerwertesten entblößt, zieht dieser Angus gleich richtig blank. "Long Way To The Top" mit Dudelsack-Unterstützung habe ich so auch noch nie gehört. "Whole Lotta Rosie" und "The Jack" geben genauso Zeit zum Bier holen und Bier wegbringen wie beim Original. Apropos Original, die Höllenglocke muss sich vor dem Original absolut nicht verstecken. Bei "High Voltage" wird Angus, natürlich gitarrespielend, auf den Schultern des Dudelsack-Spielers durchs Publikum getragen.
Kurz vor Mitternacht... Ist jetzt Feierabend und Karfreitag? Aber die Deeds haben noch nicht genug! Ohne "Let There Be Rock", "You Shook Me All Night Long" oder "Highway To Hell" geht man eben nicht von der Bühne. Dann noch einmal ein richtiges Highlight: Die Zugabe, ihre Hymne "Dirty Deeds" darf natürlich auf gar keinen Fall fehlen. Und dass beim letzten Song "For Those About To Rock" die Kanonenschüsse nur vom Band kommen, bekomme ich ehrlich gesagt auch kaum noch mit! People: "I know life sometimes can get tough! And I know life sometimes can be a drag! But people, we have been given a gift, we have been given a role. And that roles name is... Rock and Roll"!