Tour 2005
Eines vorneweg: ich bin Fotograf. Ich weiß daher ganz gut, wie ich mit meiner Kamera umgehen muss, schreibe aber umso schlechtere Konzertreviews. Nun gut, man muss flexibel sein, darum schlüpfte ich für das Konzert von Morcheeba in die Doppelrolle „Fotograf und Schreiberling“. Mal sehen wie das so klappt.
Am 9.6. kamen Morcheeba nach Köln, um ihr neues Album „The Antidote“ vorzustellen. Dieses Album mit seichten Popsongs kenne ich gut, da mir diese luftiglockeren Melodien gepaart mit der rauchigen Stimme der Sängerin Daisy Martey super gefallen. Leider ist dieses auch das einzige Album, welches mir bekannt ist. Die anderen fünf Werke dieser Band sind mir, Schande über mich, unbekannt.
Nun zum Konzert an sich. Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn wie gesagt, ich kenne nur das neuste Album von Morcheeba. Trotzdem hat mich das Konzert nicht wirklich vom Hocker gehauen. Die sechs (zeitweise sieben) Musiker beherrschen zweifelsohne ihr Handwerk, aber es hapert doch etwas an der Bühnenpräsenz. Der DJ versuchte zwar immer wieder Stimmung in’s rappelvolle E-Werk zu zaubern, das gelang aber leider nicht so gut. Sängerin Daisy machte ihren Job sehr gut, hatte zeitweise aber tatsächlich Probleme, die Töne zu treffen bzw. zu halten. Flankiert wurde Daisy von den Gebrüdern Paul und Ross Godfrey, die eigentlichen Leute hinter Morcheeba. Alle Musiker spielten brav (vielleicht schon fast schüchtern), sauber und ohne viel Schnickschnack ihr Programm herunter.
Man muss sich aber auch fragen, was man von einem Morcheeba-Konzert erwartet. Es war ein nettes, entspanntes Konzert mit ruhiger Musik, einer Sängerin mit Seele und erstklassigen Musikern, nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger. Eingeleitet wurde der Abend mit dem Song „Lighten Up“, ein passender Start, würde ich sagen. Die folgenden Stücke kamen vorwiegend von den Alben „Big Calm“ und, natürlich, „The Antidote“. Insgesamt also ein solides Konzert, wo der berühmte Funke zum Publikum irgendwie nicht so recht überspringen wollte. Man könnte also sagen, Pflicht vollkommen erfüllt, in der Kür allerdings Schwächen.
Aber da ich ja, ich erwähnte es bereits, lieber fotografiere als zu schreiben, möchte ich an dieser Stelle noch auf die Fotos verweisen, vielleicht können diese die Atmosphäre des Konzertes besser rüberbringen als dieser Bericht es tut.