Heavy Metal Fruit - Tour 2010
Diejenigen, welche sich an die Zeit der Tiefflug-Debatten und über die dieser zugrunde liegenden Lautstärke erinnern können, haben eine ungefähre Ahnung davon, was den heutigen Abend bestimmen wird. Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres sind Bent Saether, Hans Magnuns Ryan und Kenneth Kapstadt zu Gast in Köln, nach dem Gebäude 9 nun im Gloria Theater. Nicht allen treuen Fans ist es gelungen, Karten für das ausverkaufte Konzert zu bekommen, einige bemühen sich dennoch auf der Straße welche zu erwerben. Das Publikum ist wie üblich gut gemischt, wenn auch bei der Bekleidungsauswahl offensichtlich Schwarz bevorzugt wurde.
Lautstark begrüßt geht es um 20.30 Uhr los, spärlich beleuchtet prügeln Motorpsycho den Anwesenden die ersten dröhnenden Riffs und Akkorde in die Ohren. Ein Teil des Publikums goutiert das mit wildem Haareschütteln, ähnlich wie es die Recken auf der Bühne vorturnen, während andere das blanke Entsetzen überkommt. Glücklicherweise ist der Konzertraum durch dicke Türen von Merchandise und zweiter Bar getrennt, sodass ein begrenzter Rückzug ausreicht, sich in Sicherheit zu bringen. Diese Taktik scheint den meisten erfolgversprechend. Hin und wieder werden vereinzelte Späher ausgeschickt, die über die aktuelle Lage Bericht erstatten.
Songs aus "Black Hole/Black Canvas" werden ausgemacht, ebenso Songs von "Child Of The Future" und "Heavy Metal Fruit", dem aktuellen Album der Band. Bent Saether und Hans Magnus Ryan werfen sich die Bälle zu, nutzen jede Gelegenheit zu Improvisationen und kaum ein Lied wird kürzer als acht Minuten. Spielfreude pur! Der Spaß ist dem Trio in jeder Sekunde ins Gesicht geschrieben und auch die 20 gemeinsamen Jahre der beiden Hauptakteure haben einiges an blindem Verstehen bewirkt.
Schade nur, dass die Virtuosität und Kompositionsgabe der Musiker in einem grauenhaft lauten und vermatschten Sound untergeht. Schon die Identifizierung der einzelnen Songs gestaltet sich nahezu aussichtslos, da der Kampf gegen den Fluchtinstinkt am Rande der Schmerzgrenze die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Nach gut 2 ½ Stunden entlassen Motorpsycho dann ihre Gefangenen in die Freiheit, viele wären wohl gerne noch ein wenig länger geblieben. Hier trotzdem für euch noch die Setlist:
On My Pillow
Mountain
S.T.G.
Sail On
Arne H
The Alchemyst
Plan#1
Ride The Tiger
Timothy's Monster
Un Chien d`espace
Satan`s Favourite Son
Starhammer
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Feel
Trapdoor
Coalmine Pony
X-3
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Gullible`s Travails