Tour 2005
My Chemical Romance gehören ganz klar zu DEN Durchstartern dieses Jahres. Spätestens seit ihrer „Helena“ Single-Auskopplung, ist man vor dieser Band nirgendwo sicher, für die einen gut, für die anderen die Hölle auf Erden.
Da ich schon seit der Debut CD "I brought you bullets, you brought me love" sehr von der Band angetan war, gehöre ich eindeutig zu dem ersten Personenkreis. Mit „Three Cheers for Sweet Revenge“ toppte man den sehr guten Erstling sogar noch und im Januar konnte ich mich bereits von den sehr guten, Live Qualitäten der Band überzeugen.
Nun sollte also in Bochum ein recht spontanes Exklusiv Konzert der Band stattfinden. Die Location in der Bochumer Zeche war nicht ganz mein Fall, aber immerhin die letzte Gelegenheit MCR bei einem, restlos ausverkauften, Club Konzert zu bewundern.
Um 20 Uhr legten dann One Fine Day los und spielten etwas über 30 Minuten einen gelungenen mix aus Rock und Punk Elementen herunter. Ein Teil des Publikums tanzte sich schon mal warm und die Band erntete verdienten Applaus. Die Zeche war zu dem Zeitpunkt schon brechend voll und im Gegensatz zum Kölner Konzert, hatte ich diesmal kein Glück mit meinem Platz und konnte den ganzen Spaß nur aus der Ferne genießen.
Nach einer längeren Umbaupause ging es dann aber um kurz nach 21 Uhr auch mit dem Mainact los. Die Gitarren brummten los und wie erwartet, gab es zum Auftakt „I’m not okay“ um die Ohren gebretzelt und die vorderen Reihen flippten total aus.
Der Band war deutlich anzumerken, dass sie seit dem Auftritt im Januar ihre Live Performance kräftig gesteigert hatten. Es gab wesentlich mehr Kommunikation mit dem Publikum als damals im Prime Club und alle Bandmitglieder kamen mal mit Witzeleien zum Zuge.
Leider war der Sound recht matschig, aber das kann durchaus an meinem Standort gelegen haben, nach dem Konzert habe ich da sehr gemischte Meinungen gehört. Das alles tat dem Spaß der Fans allerdings keinen Abbruch und zu Songs wie „Thank you for the Venom“ und dem einzigen, ruhigen Song „The Ghost of you“ wurde begeistert mitgefeiert.
Auch der Klassiker „Vampires will never hurt you“ durfte nicht fehlen und man hatte eine gute Portion Spielfreude im Gepäck. Nur das überstrapazierte „Fuck“ in jedem Satz ging mir auf den Senkel, gekünstelt auf cool machen hat diese Band doch Weißgott nicht nötig.
Mit „Helena“ wurde dann allerdings nach viel zu kurzen 40 Minuten schon der Schlusspunkt gesetzt. Das Feuer in der Menge brodelte noch ein letztes Mal auf und es gab tosenden Applaus, allerdings machte sich dann doch ein leicht flaues Gefühl im Magen breit, als man merkte das es keine Zugabe geben würde.
Das ganze hätte noch mindestens 20 Minuten länger gehen MÜSSEN, hoffentlich sieht es im November auf der nächsten Deutschland Tour mit der Spiellänge etwas besser aus.
Als Fazit bleibt also eine extrem gelungene Live Performance die unter die Haut ging, aber viel zu schnell zuende war. Jeder der die Jungs noch nicht Live gesehen hat, sollte dies im November dringend nachholen.