N-Joy Geheimkonzert mit HIM auf Schloss Bückeburg
Man nehme: Ein Schloss, 100 glückliche Menschen und eine Band die nach internationalem Bekanntheitsgrad schreit – das hört sich für viele wie ein Traum an. Doch für 100 Hörer des Radiosenders N-Joy wurde es Realität! Die Gewinnerschar durfte an dem N-Joy Geheimkonzert mit HIM teilnehmen! Ein einmaliges Erlebnis in einer atemberaubenden Kulisse.
Treffpunkt: Donnerstag Nachmittag, Hannover City. Vier Reisebusse für eine Meute, deren Ziel die Ungewissheit war! Nach 45 Minuten Fahrtzeit war das Ziel jedoch erreicht: Schloss Bückeburg des Fürsten zu Schaumburg-Lippe. Wie einem Märchen entsprungen stand es da, unwirklich und traumhaft schön.
Gesittet ging es am Eingang zu – kein Drängeln und ohne große Mühen für die Türsteher. Man passte sich der edlen Umgebung an und vielleicht trug auch der Altersdurchschnitt seinen Teil dazu bei. Der war nämlich höher als erwartet, sehr angenehm. Doch gleich am Anfang die Überraschung: Gesichtskontrolle überstanden, doch die Schuhe fielen durch. Konfisziert wegen ausdrucksstarkem Absatz. Leider hatte man verpasst der Presse zu sagen, dass Absätze nicht erlaubt waren, um das über 600 Jahre alte Parkett zu schonen. Barfüssig in schwarze Strumpfhosen gehüllt hatte das ganze den Anmut von Aschenputtel, was auch wunderbar in die Location passte. Im mittelalterlichen Innenhof fand ein kleiner Empfang mit kostenloser Verpflegung statt. Die überregional angereisten Fans wurden von dem N-Joy Team begrüßt und alsbald in die Lokalität gelotst!
Eine große Treppe, mit dickem rotem Teppich ausgelegt, hinauf, durch den weißen Saal hindurch, ging es in den großen Festsaal. Fanden hiervor rund 600 Jahren noch große Bälle statt, sollte es heute von den finnischen Rockern und ihren dunkel gekleideten Anhängern in Beschlag genommen werden. Riesige Kronleuchter hingen von der hohen Decke, prunkvolle Verzierungen und massenweise Engelchen an den Wänden, Balkone auf denen früher Fürsten und Grafen nebeneinander standen und ein Gemälde, wie dem Film entsprungen das die gesamte Decke zierte. Dazu das gepflegte Parkett - nun wurde die Absatz-Problematik auch verständlich.
Das Publikum musste nicht lange warten und nach einer kurzen Ankündigung durch N-Joy betraten HIM die Bühne. Beginnend u.a. mit "Right here in my arms" und "Buried alive by love" wurde gleich richtig gerockt. Leider hatte der Saal bei aller Schönheit den Nachteil, dass der Sound und die Abmischung nicht so einwandfrei waren. Aber alles in allem absolvierte die Band eine tolle Show, gut gelaunt und mit nur einmal kurzzeitig Text vergessen war das eine gute Quote. Die Kommunikation zwischen Band und Publikum verlief besser als an einigen vorangegangenen Konzerten.
Spätestens bei dem vierten Song kam die Gänsehaut: "Join me", das HIM damals den absoluten Durchbruch in Deutschland bescherte, wurde lautstark mitgesungen. In dem großen Saal verhielt sich das Publikumsehr ausgeglichen. Keinerlei Geschubse, kein allzu wildes Gehüpfe und auch das Kreischen hielt sich in Grenzen – obwohl es für nur 100 Leute verhältnismäßig laut war. Auch der Gastgeber Fürst zu Schaumburg-Lippe – an dieser Stelle nochmals einen Dank an die Gastfreundschaft – war von Anfang bis Ende anwesend. Meist unerkannt, doch ab und an ein „ist das nicht der...?“! Gala- und Bunteleser wissen eben Bescheid!
Neben einigen alten Songs des ersten Albums "Greatest Love Songs Vol. 666" kamen natürlich auch brandneue von dem noch nicht erschienenen Album "Dark Light" zum Zuge. Das mitunter am besten performte Lied war neben "The Sacrament" die aktuelle Single "Wings of a butterfly". Hört man den Song auf CD, kann man sich nicht so leicht vorstellen, dass es einen hohen Livecharakter besitzt. Doch mit gelungenen Backings und Gitarrenriffs überzeugte HIM vom Gegenteil.
Nach über einer Stunde Livekonzert war es Zeit für einen Umbau, denn eine Frage- und Antwortstunde sollte im Anschluss statt finden . Weg mit den Instrumenten, her mit der Couch, her mit Ville, Linde, Migé und Gas. Eine halbe Stunde hatte das Publikum nun Zeit Fragen los zu werden, die ihnen schon lange auf dem Herzen lagen. So konnte man erfahren, dass es Ville nicht gerade leicht fiel den Gig ohne Zigarette zu überstehen, dass sein Lieblingsgetränk Bier mit Eis ist (man bleibt seinen Gewohnheiten treu), und bei zuviel Drugs and Rock´n Roll auch mal ein Song mit der Bloodhoundgang entstehen kann!
Peinlichkeiten hingegen wieder bei der alt bewährten und immer noch schlechten „Hast du mein Demo erhalten“ Frage!
Auch Autogramm- und Fotowünsche wurden geduldig erfüllt. Ein harmonischer Abend, der sicherlich bei vielen einen lang bleibenden Eindruck hinterlassen hat, neigte sich damit seinem Ende zu . Mit glänzenden Augen wurden die Fans aus den Gemächern entlassen! Schlafet nun fein ihr Prinzessinnen und Prinzen der Nacht!