Nada Surf

Tour 2008

29.09.2008 Live Music Hall / Köln

Von: Simon Baranowski

Nada Surf Köln

Nachdem man bereits Anfang des Jahres durch Europa tourte und das damals neue Album „Lucky“ präsentierte, können Nada Surf vom alten Kontinent nicht genug bekommen. Über England und den Niederlanden sind sie also nun wieder bei uns gelandet. Ihr noch immer aktuelles Album „Lucky“ natürlich dabei. Doch auch ältere Songs sollten in der Kölner Live Music Hall die Runde machen.

Nicht ganz ausverkauft ist die Musikhalle in Köln-Ehrenfeld. So kann man sich im hinteren Teil frei bewegen und der Musik lauschen. Nada Surf machen genau da weiter, wo sie im Februar an gleicher Stelle aufgehört hatten. Poprock in seinen feinsten Zügen. Melodien, die einen gleiten lassen und für die die einfache Beschreibung „schön“ völlig ausreicht. Neben den Songs aus 2008 werden vor allem Songs des 2002er Albums „Let Go“ gespielt. „Hi-Speed Soul“ macht den Anfang und mit dem darauf folgenden „Treehouse“ packt man einen alten Hit aus dem 1996er Debüt „High/Low“ aus. „Happy Kid“ knüpft direkt an dem poppigen Rock der beiden gespielten Vorgänger an. Insgesamt entpuppt sich alles zu einer Best of-Show. Hat man das Konzert im Februar bereits mitgenommen, kann man nach dem heutigen Abend wahrscheinlich sagen: Alles gehört. Und alles passte. Trotz eines eher müde und mürrisch erscheinenden Bassisten Daniel Lorca, der den ganzen Abend auf seinem Klappstuhl sitzen bleibt und von dort aus Bass spielt, den oft mehrstimmigen Gesang mitprägt und gepflegt sein Kippchen raucht. Ich vermute mal, dass sich Lorca aber aus einem trifftigen Grund die Sitzvariante des Konzertes ausgesucht hat. Nun denn. Aber auch das tut der Musik keinen Abbruch. Sänger/Gitarrist Matthew Caws ist wie immer äußerst liebenswert zum Publikum, ruft sein altes Schuldeutsch ab und bedankt sich artig bei den Kölnern. Songs wie „Weightless“ oder „Beautiful Beat“, die nach meiner Einschätzung auf Platte etwas schwächer wirken, kommen live viel besser zur Geltung. Energischer und authentischer wirken sie. Gefreut wird sich bei der Darbietung des nicht allzu oft gespielten „In The Mirror“. Eine so genannte Rarität im Programm der drei New Yorker. Ebenso wie „Treading Water“, welches auf den letzten Touren etwas vernachlässigt wurde.

„Killian’s Red“ lässt alles verzaubern, während „Whose Authority“ oder „I Like What You Say“ eigentlich nichts mehr falsch machen können. Neben dem schon erwähnten älteren Track „Treehouse“, schließen sich mit „Zen Brain“ und im Zugabeset vor allem mit dem rockigen Urgestein „Telescope“ weitere Songs aus der Entstehungszeit Nada Surfs an. „Blizzard Of `77“ bildet diesmal den einläutenden Part des Zugabeteils, welcher wohl mit „Blonde On Blonde“ seinen Meister gefunden zu haben scheint. Bei diesem Song schwebte alles. Solch eine Atmosphäre von seichtem Singer/Songwriter Poprock erreicht wohl nur Matthew Caws mit seinen beiden Mitstreitern. Über „Always Love“ freuen sich alle und beim abschließenden „Blankest Year“ darf jeder noch mal Party machen.

Natürlich vermisst man Songs wie „80 Windows“ oder „Stalemate“, „All Is A Game“ oder den High-School Hit „Popular“. Aber Nada Surf besitzen genug andere Feinheiten in ihrem Repertoire, dass die kleinen negativen Aspekte kaum ins Gewicht fallen. Nada Surf sind immer wieder einen Besuch wert.

Setlist:

Hi-Speed Soul
Treehouse
Happy Kid
Whose Authority
Weightless
I Like What You Say
Killian’s Red
Concrete Bed
Fruit Fly
In The Mirror
Beautiful Beat
Ice On The Wing
See These Bones
Treading Water
Zen Brain
The Way You Wear Your Head
---------------
Blizzard of ‘77
Telescope
Blonde On Blonde
Always Love
Blankest Year

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