Sweet & Deceitful Tour 2005, Support: Black Sonic Prophets
Wenn es in Deutschland dunkel wird und eisige Kälte das Schreiorgan gefrieren lässt, dann ist es Zeit für Export Deluxe! Negative - neben HIM und den 69eyes der neueste Rockimport – und ihr Vermächtnis: Finnland das Rockland!!
Nicht die lange Schminkprozedur oder Outfitauswahl waren Schuld! Nein,r eger Verkehr und Baustellen auf Schritt und Tritt ließen das oberste Gut „Pünktlichkeit“ in den Hintergrund treten! Waren denn etwa alle auf dem Weg, um den Negative Gig zu verfolgen?
Genau zum ersten Takt stürmten wir die Halle. Diese war gering gefüllt. Ungefähr die halbe Halle war mit dem Publikum besiedelt und darum ging das ganze Konzert schön gemütlich ab. Kein großes Drängeln, jeder kam zu seinen Albumpics und auch die austickenden Teenies hielten ihre Gefühlswallung in Sack und Tüten. Leider hatten wir die Supportband verpasst, doch das Kölner Sprachohr wisperte: „Quintett (aus Lichtenstein), Black Sonic Prophets, Hardrock- laut aber gut!“
Laut ging es auch bei Negative zu. Die Instrumente waren etwas zu stark aufgedreht, so dass der ein oder andere Zuhörer das hintere Music Hall Gelände ins Visier nahm. Als der Auftritt des Hauptacts begann muss man sagen: Hut ab! Die teilweise doch sehr jungen Bandmitglieder lieferten eine solch professionelle Show, dass sie ältere und bekanntere Kollegen ohne weiteres in den Schatten stellten. Dass die Jungs Vorbilder wie Hanoi Rocks haben, konnte man unschwer an den ausgefallenen, glamourösen (und nebenbei auch sehr sexy anmutenden) Bühnenoutfits erkennen. Die anzüglichen Bewegungen Jonne Aarons ließen die Mädelsherzen höher schlagen und so manch glasiger Blick blieb an dem blonden Frontmann haften. Doch auch die Gitarristen ließen sich nicht lumpen mit gekonntem Posing. Vor allem Larrys Ausdrucksweise - ob körperlich oder musikalisch - konnte bei kurzem Hinsehen leicht mit Slash verwechselt werden. Bassist Antti Anatomy ein optischer Blickfang und Wirbelwind auf der Bühne brachte neben Jonne Leben und viel Energie in die Halle.
Die Setliste ließ keinerlei Wünsche offen. Neue und alte Songs wie "Frozen to lose it all", bei dem Jonne nochmals auf den Erwerb der neuen Single hinwies, oder "My my / hey hey" kamen neben Stücken wie "Naive" oder "God likes your stile" (God, WE like YOUR stile!!) zum Zuge. Spätestens bei "The moment of our love", dem Durchbruchshit in Deutschland, wurde auch der härteste Brocken sentimental und schunkelte mit. Jonne Aaron, ein schmächtiger Junge mit androgynen Zügen erstaunt mit einer Rockröhre, die man ihm nie und nimmer zutrauen würde. Doch er belehrte uns eines besseren, auch wenn er sie hie und da etwas überstrapazierte und die Töne nicht ganz einwandfrei rüberkamen. Doch das erhöhte die Liveatmosphäre nur umso mehr.
Nach über einer Stunde schweißtreibender und rockender Show verließ die Band die Bühne, um nach wenigen Minuten für die Zugabe wieder zu erscheinen. Hier verausgabten sich die Jungs erneut und gingen dann in den wohlverdienten Feierabend.
Das Feierabendgeschäft machte auch vor der Music Hall nicht halt! Die Mitarbeiter hatten ein Projekt: zügig ohne Unterlass, das Publikum gen Ausgang befördern! Keine amüsante Unterhaltung mit den Bands bei ein, zwei Bier, nur „Wir schließen die Tür.“ Wenn man dem Fantum zugehörig ist, so gibt es nach einem Konzert meist nur zwei Möglichkeiten! Auf eine Aftershowparty hoffen, oder aber Warten, Warten, Warten! Wir entschieden uns für „Weder noch“, ließen den Rummel links liegen und das Auto vorfahren!
Auf jeden Fall ist Negative eine ernst zu nehmende Band mit einer sagenhaften Liveshow. Viele mögen vielleicht vermuten es sei eine weitere Teenieband. Doch diesen Leuten sei gesagt „Don´t judge a book by it´s cover“ und unbedingt empfohlen mal in die aktuelle Album reinzuhören oder sich vielleicht sogar einen Liveauftritt anzusehen. Es lohnt sich.