O2 Music Flash feat. My Chemical Romance
Seit der Entstehung im Jahre 2004 konnte der o2 Musicflash bereits einige namhafte Größen des Musikbusiness für spontane Überraschungskonzerte gewinnen. Im Oktober 2006 führte uns die Route einmal mehr nach Berlin, denn das E-Werk wurde hier für den Auftritt von My Chemical Romance gerüstet.
Große schwarze Luftballons mit dem My Chemical Romance Schriftzug zierten den Eingangsbereich und auch das unübersehbare o2 Blau nahm die Besucher in Empfang, so dass gleich klar wurde wo man sich befandÂ… sofern das die bereits versammelten schwarz gekleideten und geschminkten Fans nicht schon taten. Denn einige Stunden vor Beginn, um 16:00Uhr, versammelten sich die ersten Fans (darunter auffällig viele Mädchen) vor den Toren des E-Werks um sich den Eintritt zu sichern. Sehr wagemutig, denn die Temperaturen dieses Tages erinnerten mehr an Herbst als an Sommer. Glücklich konnten sich da die Personen schätzen, die sich ihr Mobile Ticket gesichert hatten. Doch auch diese Schlange war drastisch lang, denn die Neuheit an der Option des Mobile Tickets ist die Begleitperson, die der Besitzer dieses Tickets mitnehmen kann.
Punkt 20:00 Uhr öffneten sich endlich die Türen und gesittet wurde mit dem Einlass begonnen. Alles lief friedlich und ohne hektische Zwischenfälle ab dank der guten Organisation und der Security.
Um 21:20Uhr folgte dann der Schock für über 200 Zuschauer, die noch draußen standen: die Halle war mit 1100 Personen proppevoll und es wurde ab diesem Zeitpunkt kein Einlass mehr gewährt. Drinnen stiegen derweil die Temperaturen, größtenteils aufgrund der wachsenden Vorfreude.
Es hatte sich ja bereits rumgesprochen, dass Frontmann Gerard sich das Haupthaar platinblond gefärbt hatte. Man konnte es die Tage ja auch zu Genüge in diversen Zeitschriften erblicken. Als My Chemical Romance ganz abrupt mit „Give Em Hell“ losdonnern tobte die Halle. Von der ersten Sekunde an präsentieren sich die Jungs von MCR mit der gewohnten Energie on stage und die Fans wurden für jede einzelne Minute des Frierens beim Anstehen zuvor belohnt. Gleich bei dem zweiten Song wurde das Publikum mit dem neuen Stück „Dead“ konfrontiertÂ… und nahm es dankbar auf. Es schien keinem etwas auszumachen, dass das Lied noch nicht bekannt war es wurde gefeiert und mitgerockt (wenn auch nicht mitgesungen ;)) Passend zu ihrem schwarzen, selbst entworfenen Bühnenoutfit, das die Uniform einer Blaskapelle darstellte, gab sich die Band souverän und spielte ihr Set konzentriert ohne dabei den Kontakt zum Publikum zu verlieren. Nach „Cemetery“ folgte die aktuelle Single „Welcome To The Black Parade“ und bei „The Ghost Of You“ hing ein jeder an Gerards Lippen. Ein Schauer kroch mir über den Rücken, als ich dabei an das dazu gehörige tragische Musikvideo denken musste.
Die neuen Songs „House Of Wolves“, „Famous Last Words“ und “Cancer” machten ohne Zweifel Appetit auf das neue Album. Strukturierter und melodiöser, aber trotzdem mit der gewohnten MCR Power bestückt. Der Vorgeschmack ließ nicht zu wünschen übrig und wie man dem Publikum ansehen konnte, waren alle meiner Meinung. Die Stimmung kochte und das (überwiegend junge) Publikum hüpfte und sang mit ihren Helden auf der Bühne. Nach zehn Songs wollten MCR mit „I´m Not Okay“ das Rampenlicht für den Abend verlassen, doch die Fans gaben ihnen keine Chance.
Für zwei Songs erschienen die Fünf wieder und rockten erst mit „Cancer“ (wegen welchem Gerard sich für den neuen Haarschnitt entschied), um dann bei „Helena“ noch einmal alles zu geben – ebenso wie die Fans. Wer in dieser Nacht nicht heiser nach Hause kam hatte etwas falsch gemachtÂ… oder war nicht am Auftritt von My Chemical Romance.