Feed To Feed Tour 2010 - Support: Vessels
Nicht nur in der alternativen UK Szene, sondern auch in Deutschland haben sich Oceansize mittlerweile zu einer nicht mehr wegzudenkenden Größe etabliert. Von Album zu Album haben die fünf Briten immer neue Facetten offenbart. Kürzlich ist ihr bereits viertes, von der Presse heiß umworbenes Album "Self Preserved While The Bodies Float Up" erschienen, welches es nun gilt innerhalb Europas vorzustellen. Und ein Blick in meine persönlichen Top 20 der meistgespielten Künstler rechtfertigt ganz eindeutig die Luftsprünge, die ich gemacht habe, nachdem die Konzertbestätigung von Oceansize für Hamburg rein kam. Auch jetzt noch schlägt mein Herz wie wild, wenn ich mich an diesen wundervollen Tag zurückerinnere, an dem ich mich zunächst mit Gitarrist Steve Durose zum Interview treffen durfte und anschließend einen wundervollen Auftritt erleben konnte, bei dem sich das überaus sympathische Quintett wohl endgültig einen festen Platz in meinem Herzen erspielt hat.
Angeblich ist das heutige Konzert im Hamburger Logo nicht ausverkauft, es kann sich allerdings nicht weit davon weg bewegen. Schnell füllt sich der kleine Club und die Vorfreude auf die in Manchester ansässigen Herren ist nahezu jedem aus dem Gesicht abzulesen. Auf persönliche Empfehlung von Steve lasse ich mir die Vorband Vessels nicht entgehen. Zum Glück! Das Quintett aus Leeds hat sich dem Post Rock verschrieben und präsentiert dem Publikum einen experimentellen Sound, der es wirklich in sich hat. Dabei wird nahezu vollständig auf Gesang verzichtet, lediglich mit vorwärtspreschender Instrumentalistik wird der Zuschauer voll und ganz in den Bann gezogen. Im Februar 2011 kann man den Weg zum Plattenhändler seines Vertrauens auf sich nehmen, denn dann kann ihre neue Scheibe "Helioscope" hierzulande käuflich erworben werden, das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Bereits das bloße Erscheinen der fünf Briten um Oceansize löst unter den Zuschauern einen Begeisterungssturm aus. Der Raum ist mit Zurufen und Jubel erfüllt, dass man jetzt schon eine Gänsehaut bekommt. Zu Beginn der Songs hören die Fans andächtig der beschwörenden Stimme von Sänger und Gitarrist Mike Vennart zu, bevor schließlich zu dem lautstarken Gittarrengewitter die Matte geschwungen wird. Voller Leidenschaft gibt man sich hier sowohl auf der Bühne als auch in der Menge dem perfekt modernen Soundgemälde mit emotionaler Tiefe hin. Leider versagt die Technik immer wieder. Knacken und Rückkopplungen dröhnen immer wieder auf die Ohren der Briten und sorgen schließlich dafür, dass sich Mike bei den Fans entschuldigt und das Technikteam entnervt auffordert, die Probleme zu beseitigen. Fortan sieht man den aus Leeds stammenden Sänger immer wieder Blicke in Richtung Tourmanager Ben werfen – mal nickend zustimmend, dann wieder pikiert den Kopf schüttelnd. Dann fällt das Mikro aus, vom Gesang ist nichts mehr zu hören. Mike versucht sich in Humor und singt mit einem Grinsen im Gesicht und gestikulierend weiter. Man merkt ihm jedoch an, dass es ihn innerlich geradezu zerfrisst.
Die Fans nehmen es den Jungs jedoch keine Sekunde übel. Immer wieder schallt ein "We Love You Anyway" aus den hinteren Reihen. Und auch am enthusiastischen Applaus wird deutlich, dass die Technik hier der Liebe zur Bands nichts anhaben kann. Dazu gibt es auch keinen Grund! Der Sound, der beim Publikum ankommt, erfüllt mehr als alle Erwartungen. Oceansize wissen das begeisterte Publikum mit einer treffenden Auswahl ihres bisherigen musikalischen Schaffens zu beeindrucken. Dabei werden nicht nur die Songs der alten Alben von den Fans mit tosendem Jubel belohnt, auch die neuen Songs bekommen ihre gebührende Anerkennung. Nach ungefähr 90 Minuten inklusive Zugabe und zusätzlichem Soundcheck verlassen die charmanten Briten die Bühne, und hinterlassen schließlich trotz der kleinen Pannen durchweg glückliche Fans. Freuen wir uns also jetzt schon auf weitere atmosphärische, epische und popproggig-prägnante Offenbarungen und hoffen, dass sie bald wieder die Reise nach Deutschland antreten.
Setlist:
Part Cardiac
Build Us A Rocket Then...
Unfamiliar
New Pin
Music For A Nurse
It’s My Tail...
Silent/Transparent
Superimposer
Pine
Paper Champion
Trail Of Fire
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Ornament/The Last Wrongs