Official Secrets Act

Tour 2009

10.03.2009 Tsunami Club / Köln

Von: Simon Baranowski

Official Secrets Act Köln

Mit neuen oder neu entdeckten Bands verhält es sich ähnlich wie zu neuen Menschen die in dein Leben treten. Noch fällt eine Einschätzung schwer, man kennt sich noch nicht gut genug und weiß keinesfalls was die Zukunft bringen wird. Gehört man zusammen, wird man enge Freunde, sagt man nur zwischendurch "Hallo" oder verliert man sich sogar wieder? Es gibt kein Rezept für eine vorhersagbare Prognose. Am besten man genießt den Augenblick, hört gut zu und hört gut hin, wer denn da genau was zu vermelden hat. Official Secrets Act versuchen da mit ihrem Indie-Disco-Sound genau an der richtigen Stelle anzupacken, um dort ja nicht wieder loszulassen.

Der England-Vierer aus Leeds ist zum ersten Mal in Deutschland und beginnt seine Promotion Tour im Kölner Tsunami Club. Wenige Zuschauer finden den Weg in den Keller des Kölner Südens. Es hat sich also noch nicht bis in alle Ecken herumgesprochen, dass da schon wieder was Heißes aus England unterwegs ist. Das Debütalbum "Understanding Electricity" liegt bisher nur der Presse vor und erscheint Anfang April dann auch in den hiesigen Plattenläden. So erklingen für die meisten Besucher im Tsunami Club neue Töne, neue Freunde, neue Hits.

Hits bietet das Set von Official Secrets Act allemal. Der Opener "Bloodsport" gibt ein seichtes Intro und verdeutlicht schon gleich zu Beginn die Feinheit in der Stimme von Sänger und Gitarrist Thomas Burke. Man tastet sich also langsam ans unentdeckte Deutschland ran, mit keiner geringeren Ansage als: "Wherever you go, I will be!". Das hat schon was kleines hymnenhaftes. Unterstützt wird Burke von Bassspieler Lawrence Diamond und dem am Synthesizer stehenden Michael Evans, der hier und da auch gerne mal zur Trommel oder zur zweiten Gitarre greift. Der ursprünglich zum Quartett gehörende Drummer Alexander MacKenzie ist seit einem Verkehrsunfall kurz vor der Tour immer noch verletzt und musste die Reise aufs Festland somit leider absagen und wird zur Zeit von einem Aushilfsdrummer ersetzt. Der macht sich aber durchaus gut und legt sich bei den folgenden Songs mächtig ins Zeug. Potentielle Hits wie "Mainstream" oder die am 6. März erschienene Single "So Tomorrow" geben mächtig Gas und animieren zum Tanzen. "Hold The Line" und "Momentary Sanctuary" erweitern die Liste der möglichen Gassenhauer. Official Secrets Act stehen ähnlichen Indietanzkombos von der Insel in Nichts nach. Frisch, einfallsreich, peppig, flott und dazu abwechslungsreich. Ein bluesiger Anfang lässt noch eher skeptisch werden und prompt findet man sich im nächsten Hüftschwungautomaten wieder.

Die in England bereits veröffentlichte Single "The Girl From The BBC" bildet den Schluss des überschaulich kurzen Sets. Eine Zugabe noch, die an den zurückgelassenen MacKenzie gerichtet ist und das war es dann auch schon. Kurz und knackig und bestimmt nicht einfach so aus dem Gedächtnis verdrängt. Die Official Secrets Act bestechen durch den klaren Gesang, den Mix aus Indierock, Punk, 60s und 70s, die klaren und mitwippenden Bassläufe, die Synthiepopmelodien und eine erfrischende jugendliche Sympathie. Auf der nächsten Tour wird sicherlich ein größerer Keller benötigt. Official Secrets Act sind auf dem besten Weg gute Freunde zu werden.

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