Olli Schulz

Tour 2005

03.09.2005 Gebäude9 / Köln

Von: Simon Baranowski

Olli Schulz Köln

Nachdem Olli Schulz vor einigen Monaten sein zweites Solo Album „Das beige Album“ veröffentlicht hat, ist es nun an der Zeit eine ausgiebige Solo Tour zu starten. Begonnen hat alles am 01.09. in Potsdam. Nun ist der nahe am „Entertainer“ dranliegende Musiker Olli Schulz in Köln angekommen.

Hoch leben die Baustellen auf den Autobahnen. Die haben es nämlich erreicht, dass ich das Vorprogramm nur zur Hälfte mitbekommen habe. Stau hin, Stau her. Ein kochendes Gebäude 9 sollte mich erwarten. Der Meister selber verglich es gar mit einer finnischen Sauna. Statt Vorband zeigte uns Olli Schulz einen selbstgedrehten Film über den wohl eher ironisch gemeinten Auftritt auf dem anscheinend größten Country Festival in Hamburg. Am Anfang kommentierte Olli Schulz sein selbstgedrehtes Filmmatrial, ließ dann aber das Publikum mit dem Rest des Films alleine. Mal was anderes. Aber auf jeden Fall eine mehr als amüsante Einstimmung auf das was kommen sollte. Einen kleinen Eindruck davon bekommt man auf der Homepage von Olli Schulz, in dem man sich das Video zu „Die Ankunft der Marsianer“ runterladen kann.

Das war dann auch gleich der Einstieg in den musikalischen Teil des Abends. Gespickt von Anekdoten und lustigen Geschichten. Geschichten aus dem Alltag, die so lustig sind, weil sich wahrscheinlich jeder einzelne da hinein versetzen kann.

Zwischen Quatsch und Ernst wankte es den ganzen Abend. Eine komische Mischung, die Olli Schulz aber zu händeln weiß. Ob Lieder über den „Mensch der Woche (Human of the week)“ oder traurige Sachen wie „ Weil die Zeit sich so beeilt“. Aber selbst die zuerst unsinnigen Songs sind aus alltäglichen Situationen entstanden. Die wiederum Olli Schulz gerne mit seinem Publikum teilt. Nicht oft genug konnte er das Publikum loben. Mit so großem Zuspruch hatte Olli selber wahrscheinlich nie gerechnet. In Zeiten von Medienverrückten, Klingeltönen und mehr als schlechtem TV Programm, hat es Olli Schulz & der Hund Marie dennoch geschafft die Leute zu überzeugen.

„Jetzt grade bist du gut“ oder „Durch die Nacht“. Lieder die aufgenommen werden wollen. Aufmunterung und wahre Geschichten, die sich in den Zuschauern wiederspiegeln. Alte Erinnerungen an Metal Zeiten und einem mehr als gelungenen Tribut an die alte Metal Szene in Form des Songs „Zwei reden, einer bangt!“. Ein grandioses Highlight, dass mir selber vor Lachen fast die Tränen kamen.

„Der Moment“ vom ersten Album „Brichst du mir das Herz, dann brech ich dir die Beine“ oder auch „Unten mit dem King“ sind schon zu geliebten Hymnen avanciert. Selbst das an einem Abend gleich dreimal die Gitarrensaite reißt und irgendwie immer wieder improvisiert werden muss, stört sichtlich keinen auf der Bühne. Dann erzählt der aus Hamburg-St.Pauli kommende Schulz ja mal eben noch mal eine kleine Geschichte. Sei es nun eine Story übers Tracy Chapman Konzert oder eine Begegnung mit dem „auf dem Boden liegenden“ Wolfgang Lippert. Doch bei all diesen Anekdoten vergangener Tage, darf man die feine Musik von Olli Schulz & dem Hund Marie nicht außer Acht lassen. „Song ohne Grund“ der nur so mit grandiosen Reimen bestückt ist oder „Elefanten“ machen Lust auf mehr und sind einfach nette gute Songs.

Mit „Klappskalli“ endete das Konzert in Köln. Olli Schulz selber verteilte noch Blumen im Publikum, während seine Band im Hintergrund langsam ausklang. Ein Abend zwischen Musik und Entertainment. Zwischen lachen und nachdenken, lieben und leben wollen. Einen echten Olli Schulz muss man mal erlebt haben. Da findet sich jeder wieder.

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