Ozzy Osbourne

Scream Tour 2011 - Support: Black Label Society

13.06.2011 König Pilsener Arena / Oberhausen

Von: Daniel Kunkel

Ozzy Osbourne Oberhausen

Ozzy "The Prince Of Darkness" Osbourne hat zum Konzert gerufen und viele sind ihm gefolgt. Die Show des legendären Sängers der Band Black Sabbath, die in Metal-Kreisen unter anderem als eine der Urväter der Musikrichtung gilt, findet in Oberhausen im Ruhrpott statt. Das Herz des Metals in Deutschland, wie ich von Bobby und Gerre, den beiden Helden der Rock Hard DVD’s am Sonntagmittag bei ihrer Buchvorstellung auf dem Rock Hard Festival gelernt habe. Könnte also nicht besser passen. Noch leicht ermüdet vom Vortag finde ich mich an der König Pilsener Arena in Oberhausen ein. Der Weg vom übervollen Parkplatz zur Halle ist bereits gesäumt von unzähligen Ozzy Jüngern die ihre Leidenschaft mit einer riesigen Bandbreite an Shirts aus dem Ozzy Merchandise Katalog dokumentieren. Wir sehen außerdem eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Kutten mit einem sehr speziellen und bekannten Schädel Logo.

Die Vorgruppe heute Abend sind keine geringeren als die legendären Black Label Society mit Ozzy’s vormaligem Gitarren-Gott Zakk Wylde. Na, wenn das heute Abend kein Fest wird, weiss ich auch nicht. Ich begebe mich in die Halle vorbei an Merchandise- und diversen Bierständen, die regen Anklang beim Rocker- und Metaller-Publikum finden. Es ist schön zu beobachten, dass diese Show Leute aller Altersklassen anzieht: von 13-65 Jahren ist hier heute alles vertreten, was sich den Geschmack guter Rock Musik auf die Fahne schreibt. Fans der ersten Stunde und solche, die einen Mitbegründer der Szene ordentlich abfeiern wollen. Ich bahne mir meinen Weg zum Unterrang, da recht pünktlich bereits die ersten Gitarrentöne aus der Halle nach draußen dringen. Eine bombastische Bühne eröffnet sich mir, als ich dabei bin, meinen Platz zu suchen. Zakk ist bereits in seinem Element. Ein riesiges Black Label Society Banner prangt am Back-Drop der Bühne  und Zakk heizt dem Publikum mit  Krachern aus seinem neuen Album "Order Of The Black" ein. Viele sind noch etwas verhalten, doch die eingefleischten Fans sind bereits vom Jubeln unten vor der Bühne nicht abzuhalten. Es folgen Tracks wie das grandiose "Overlord" und "Godspeed Hellbound" und auch Klassiker wie "Stilborn" dürfen nicht fehlen. Zakk lässt es sich auch nicht nehmen, nochmals seine Solo Künste zum Besten zu geben und soliert circa 5 Minuten am Stück unter dem tosenden Applaus seiner Anhänger, dass einem nur so der Mund offen stehen bleibt. "Zakk ist Gitarrengott und wir alle irgendwie etwas unwürdig", denke ich zum wiederholten Male bei dem Anblick. Nach etwa 40 Minuten ist Schluss und die Roadies beginnen das Set von Ozzy aufzubauen.

Dauert nicht allzu lange, auf ein monumentales Bühnenrückbild wird verzichtet, der Mann spricht für sich. Alles ist in schlichtem Schwarz gehalten. Die Halle ist gut gefüllt. Dann ist es endlich soweit: Das Hallenlicht erlischt und endlich ist was los im Staate Oberhausen: Unter tosendem Jubel und Applaus rennt Ozzy vom linken Bühnenrand aus in die Mitte der Bühne und begrüßt seine Fans mit einem schallenden "I can’t fuckin hear you". Das Feedback fällt noch lauter aus. Er setzt ein "And now go crazy" hinterher und eröffnet mit der Stadion-Rock-Nummer "I Don’t Know" gefolgt von "Suicide Soloution" und "Mr. Crowley". Ozzy hat sichtlich Spaß und das Publikum rastet in den Songpausen bei seinen Anfeuerungsrufen immer mehr aus und jubelt ihm ausgiebig zu. Wer in den ersten Reihen steht, braucht bei Ozzy auch keine Sorge zu haben ins Schwitzen zu geraten. Mehrfach taucht er seinen Kopf zwischen den Songs in einen Wassereimer und kippt den Rest ins Publikum. Und als ob das nicht schon genug wäre krönt er seine Showeinlage, als er beim dritten Song neben den Monitor greift, um eine Art Schaumkanone hervorzuziehen und gnadenlos jeden in den ersten Reihen mit Schaum einzudecken. Die Securities kassieren das meiste.

Ozzy spickt sein Set nach weiteren Ozzy Songs mit einigen Black Sabbath-Nummern: "Rat Salad", "Iron Man" und "Fairies Wear Boots" stehen auf der Liste. Bei dem ersten Sabbath-Song zeigen Ozzy‘s Mannen was sie können: Zuerst verlassen die aktuellen Bandmitglieder Rob Nicholson (Bass) und Tommy Clufetos (Schlagzeug) die Bühne und Gus G. zeigt, was er an der Gitarre kann. Mindestens 5 Minuten zieht er die Zuschauer mit seinen prägnanten Gitarrensoli in seinen Bann. Clufetos zieht nach und trommelt die Leute anschließend, getaucht in jedes Licht, das die vielen Moving Lights an der Decke hergeben, an die Wand. "I Don’t Want To Change The World" und das fette "Crazy Train" schließen des ersten Teil des Sets ab.

Aber was wäre eine richtige Rock´n Roll Show ohne eine deftige Zugabe: Ozzy legt nach mit "Mama I’m coming Home" und dem Sabbath Welthit "Paranoid", bei dem auch der letzte aus der Reserve gelockt wird und sich mit heftigem Kopfnicken einen ordentlichen Nackenmuskelkater holt. Eine gelungene Show mit der ich so sicher nicht gerechnet hätte. Der Altmeister begeistert trotz seiner zeitweise lustigen Tollpatschigkeit die Massen, scharrt immer wieder hervorragende Musiker um sich, mit denen er eine Show abliefert, die ihresgleichen suchen kann. In diesem Sinne: Ozzy is coming home! Und zwar genau dahin wo er hingehört. Auf die Bühnen dieser Welt.

Setlist:

I Don’t Know
Suicide Soloution
Mr. Crowley
Goodbye To Romance
Bark At The Moon
Road To Nowhere
Flying High Again
Shot In The Dark
Rat Salad (Black Sabbath)
Iron Man (Black Sabbath)
Fairies Wear Boots (Black Sabbath)
I Don’t Want To Change The World
Crazy Train
---------------
Mama, I’m Coming Home
Paranoid

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