Metamorphosis Tour 2009, Support: Filter, In This Moment
Es ist einige Jahre her, seit Papa Roach ihren Durchbruch feierten. Lange Zeit dachte man es handele sich um ein One Hit Wonder, doch auf Dauer musste man erkennen, dass Papa Roach einfach nicht klein zu kriegen waren. Nach der Veröffentlichung ihres mittlerweile sechsten Albums „Metamorphosis“ war es Zeit die Fans mit einer Tour zu erfreuen.
Für diese hatten sich Papa Roach gleich zwei hochgradige Bands mit ins Boot geholt. Die noch nicht ganz so bekannten In This Moment, sowie die alt eingesessenen Rocker von Filter. Ein enormes Kraftpaket hoch 3 – kein Wunder, dass die Show ausverkauft war. Umsonst schlenderten einige an der vor den Türen wartenden Schlange vorbei zur Abendkasse, an deren Fenster bereits das „Ausverkauft“ Schild prangte.
Als Punkt 20 Uhr der Einlass begann, füllte sich der Saal schnell bis unter den Balkon. Nach einem kurzen Soundcheck betraten auch schon In This Moment die Bühne. Powerfrau Maria überzeugte mit einem gewohnt ausgefallenen Kleidchen und umso mehr mit ihrem Organ. Verblüffende Screams kamen aus dem zierlichen Körper der Blondine – was für eine Augen- und Ohrenweide! Nach dem Einstiegssong „Prayers“ begrüßte Maria das Publikum, das schon gut in Fahrt gekommen war und weiter ging es mit „All For You“ der neuen Scheibe. Die Bandkollegen Chris, Blake und Jesse bangten eifrig ihre Köpfe während Maria ihr Röcklein wiegte und stets ihren komplett tätowierten Arm in die Höhe riss. Die Menge war schon längst in Höchstform als die neue Single „Forever“ erklang und spornte die Band mit an. Nach dem letzten Song „Beautiful Tragedy“ lief Maria zum Bühnenrand und forderte das Publikum erneut auf mit ihr zu schreien und eine große Jubelwelle schlug ihr sofort entgegen.
Dann war es für Filter an der Zeit nach 8 Jahren wieder die Bühnen Deutschlands zu erobern. Solange lag ihre letzte Show bei uns zurück (Festivals ausgenommen). Verlernt hatten Filter über die Jahre jedoch nichts. Ganz in schwarz gekleidet traten die Bandmitglieder zum Intro auf die Bühne. Als letzter stürmte Richard Patrick zu seinem Mikro und direkt ging das intro in „Welcome To The Fold“ über. Richard gab sich extrem cool mit seiner Pilotenbrille auf der Nase und den Cowboyboots auf dem Monitor. Doch die Interaktion mit dem Publikum fehlte dabei nicht. Er forderte die Fans zum schreien, klatschen und mitsingen an und hüpfte dabei selbst auf der Bühne umher. Ob zu den Elektroklängen von „Trip Like I Do“ bei dem die Sonnenbrille wich oder „Take My Picture“ bei dem Richard die Gitarre eigenhändig bediente – Filter rockten wie in alten Tagen. Auch die Fans schienen die Band vermisst zu haben und gaben ein dementsprechendes Feedback in Form von Applaus, Jubel und Gesang ab. Welcome back, Filter!
Doch der Abend hatte trotz enorm ausgelassener Stimmung seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Eine Umbaupause weiter ging es dann zum Endspurt. Das Intro von „Days Of War“ kündigte den Hauptact Papa Roach an. Das Publikum klatschte erwartungsvoll im Rhythmus mit. Und wer dachte er habe bis dahin den lautesten Applaus gehört, der hatte sich getäuscht. Als Papa Roach das Rampenlicht betraten war die Zeit gekommen komplett durch- und aufzudrehen. „Are you fucking ready?“ – welch herzliche Begrüßungsworte von Jacoby Shaddix als das Intro nahtlos in „Change Or Die“ wechselte. Shaddix war zwar sichtlich in die Jahre gekommen, doch zeigte er sich unglaublich fit und sprühte nur so vor Energie. Er rannte unentwegt von links nach rechts, vom Rand zur Bühne, zum Drumpodest und wieder zurück. Auch das Publikum war aufgeheizt und hüpfte, sang und reckte die Fäuste und Devils Horns in die Luft. Ältere Hits wie „Getting Away With Murder“ fanden ebenso ihren Platz auf der ausgewogenen Setlist wie brandneue Hits wie „To Be Loved“.
Als „Lifeline“ erklang, schien Shaddix plötzlich verschwunden zu sein. Doch dann gab es Aufruhr im Publikum, als er sich seinen Weg mitten durch die Menge zur Bar hin bahnte, um den Song auf dem Tresen zu singen. Fannähe 100%! Nachdem die Band sich weiter verausgabte und Shaddix zwischendurch schön über Promis wie „Shitney Spears“ lästerte und sang gelangten Papa Roach mit „Between Angels & Insects“ vorerst zum letzten Song ihrer schweißtreibenden Show.
Wenige Sekunden nach Verlassen der Bühne fingen die Zugabe und „Last Resort“ Rufe an und hörten natürlich nicht auf, bis Papa Roach zurückkamen. Jacoby grinste ins Mikro „You haven’t had enough of us have you? And we don’t have enough of you!“.
Doch bis es zu „Last Resort“ kam, rockten Publikum als auch Band erstmal zu „Scars“ und „I Almost Told You That I Loved You“. Und dann schlug die Stunde für den Song, den Papa Roach damals ihren Bekanntheitsgrad einbrachte. Zum letzten Mal verausgabten sich die Fans und hüpften und schrien „Last Resort“ mit, dass der Putz von den Wänden bröckelte – dass sich Papa Roach nach ihrer actionreichen Show noch auf den Beinen halten konnten, war erstaunlich! Zum Ende noch ein Wort des Dankes, eine Gruppenverbeugung und ein Bandfoto und ein berauschendes Konzert ging zu Ende. Man kann allerdings getrost sagen: Papa Roach sind noch lange nicht am Ende...!