Good Evening Europe Tour 2009
Schon gestern Abend war Sir Paul McCartney in der Kölner Lanxess Arena zu Gast, spielte vor ausverkauftem Haus. Für den heutigen Abend gibt es noch einige Restkarten, doch bildet sich schon um halb sieben eine lange Schlange vor den Kassenhäuschen. Das Publikum besteht, wider Erwarten, nicht nur aus Menschen des älteren Semesters, vielen Jüngeren scheint die Bedeutung dieses Mannes durchaus bewusst und wer weiß, ob er sich nochmal so einen Tourstress antut, schließlich könnte er sich mit seinen 67 Jahren und den Milliarden auf dem Konto schon längst zur Ruhe gesetzt haben. Bei diesem Back-Katalog braucht er wohl niemandem mehr etwas zu beweisen. So verwundert es auch nur ganz kurz, dass schon vor dem Konzert Songs der Beatles aus den Boxen klingen, alles Songs, die sofort mitgesungen werden können, unterlegt mit moderneren Beats. So etwas trauen sich nur wenige.
Um 20.15 Uhr, die Halle ist mittlerweile gut gefüllt (mit Menschen und dem Duft von Räucherstäbchen), beginnt McCartney, gewandet in Beatles-Montur und begleitet von der Band, mit der er schon seit zehn Jahren zusammenspielt, das Konzert mit "Magical Mystery Tour". Wie auch schon auf der letzten Tour vor sechs Jahren sind rechts und links der Bühne große Videoleinwände aufgebaut, was bei dieser Hallengrösse natürlich ein Muss ist. Hinter den Musikern steht, über die gesamte Bühnenbreite, ebenfalls eine Leinwand, auf der in den nächsten knapp drei Stunden die Songs untermalende Filme laufen, teils aus den Beatles-Archiven, teils aktuelle, wie zum Beispiel Aufnahmen aus dem Spiel "Rock Band" zu "Got To Get You Into My Life".
Schon bald entledigt sich Paul McCartney seiner Jacke und spielt den Rest des Abends in Stehkragenhemd mit Hosenträgern. Auch seine Bewegungen sind nicht mehr die Frischesten, doch macht er das mit seinem Spiel, seinem Gesang und vor allem durch seine durchgehende Kommunikation mit dem Publikum wieder wett. Sicher ist da viel Routine am Start, doch scheint der alte Mann nach dem Stress der vergangenen Monate froh zu sein, wieder das zu tun, was er am Besten kann. Zum Hendrix-Tribute "Purple Haze" erzählt er beispielsweise eine Anekdote über Jimmy Hendrix, als dieser nach Eric Clapton verlangte, um seine Gitarre zu stimmen. Ein paar Brocken Deutsch hier und da, um seine Verbundenheit mit diesem Land auszudrücken, wo für die Beatles bekanntlich alles begann.
In Erinnerung an seinen Freund George Harrison spielt er dessen "Something", zunächst alleine auf der Ukulele, bevor die Band den Song auf seine wahre Größe hebt. Einer der Höhepunkte des Konzerts ist sicherlich "Live And Let Die", untermalt von großartigem Geböller, Geblitze und Geknalle, übertreffen die fünf Musiker mit links die Version der harten Jungs von Guns´n´Roses. Von den Songs der Wings darf natürlich auch "Band On The Run" nicht fehlen, doch fallen diese, sowie auch die neueren Stücke schon deutlich ab gegen die Beatles-Nummern, die auch den Großteil der Setlist ausmachen. Zwischendurch gibt es noch einen Gruß an seine Frau Linda und einen Song für John Lennon ("Here Today"), bevor dann erstmal Schluss ist. Doch lässt sich die Band nicht lange bitten und intoniert im ersten Zugabenblock "Let It Be", McCartney am Klavier. Nach einem weiteren Zugabenblock ist dann nach "Sgt.Peppers Lonely Hearts Club Band" und "The End" nach gut zweidreiviertel Stunden Schluss eines fulminanten Konzertabends in Köln.
Setlist:
Magical Mystery Tour
Drive My Car
Jet
Only Mama Knows
Flaming Pie
Got To Get You Into My Life
Let Me Roll It / Foxy Lady
Highway
The Long And Winding Road
(I Want To) Come Home
My Love
Blackbird
Here Today
Dance Tonight
And I Love Her
Eleanor Rigby
Something
Mrs. Vandebilt
Sing The Changes
Band On The Run
Ob-la-di Ob-la-da
Back In The USSR
I've Got a Feeling
Paperback Writer
A Day In The Life / Give Peace A Chance
Let It Be
Live And Let Die
Hey Jude
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Day Tripper
Wonderful Christmas Time
Lady Madonna
Get Back
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Yesterday
Helter Skelter
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Reprise)
The End