Rock And Roll Circus live mit Pete & The Pirates
Wer meint, dass Reading außer dem legendären Festival musikalisch nichts zu bieten hat, der sei an dieser Stelle eines besseren belehrt. Die fünf sympathischen Jungs von Pete & The Pirates haben sich mit ihrer Individualität und ihrem "perfekten, unprätentiösen Pop" wie es der NME vermeldete, schon längst einen Platz auf dem Indieolymp erspielt. Ganze zwei Jahre hat es gedauert, bis die Piraten ihr Schiff wieder nach Hamburg gelenkt haben. Das will sich hier scheinbar niemand entgehen lassen und schon gar nicht bei einem Ticketpreis von 5 €, und so füllt sich das Molotow immer mehr, bis es schließlich brechend voll ist, der Einlass schließlich gestoppt werden muss. Die Erwartungen sind groß, das Gedränge fast unerträglich. Jeder versucht sich noch irgendwie einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern.
Als die sympathischen Herren aus Reading dann die Bühne betreten, ist in der Menge kein Halten mehr, es wird enthusiastisch gejubelt, und vor allem gedrängelt. Regelmäßig landet auf Grund des hohen Bewegungsdranges jemand auf der kleinen Molotowbühne, direkt vor den Füßen von Sänger und Gitarrist Tommy Sanders. Aber genau das ist es eben, was die Stimmung so einzigartig und ausgezeichnet macht. Die bekannten Songs werden textsicher von den Fans begleitet, aber auch die Songs der kommenden Platte werden voller Begeisterung angenommen. Die Piraten zeigen sich sichtlich gerührt von der äußerst positiven Resonanz aus dem Publikum. Tommy findet immer wieder dankende Worte für die Fans, und auch die restlichen Mitglieder der Kombo lassen es sich nicht nehmen, auf der Bühne ordentlich Gas zu geben. Leidenschaftlich gibt man sich den tanzbaren Indiesongs hin, die Energie erfüllt regelrecht den ganzen Raum.
Der letzte Song "Blood Gets Thin" wird auf ein Unermessliches ausgedehnt und Tommy sucht noch einmal die Nähe zu den Fans, indem er sich mit seiner Gitarre auf die Reise durch das Publikum begibt. Es ist jedoch so voll, dass er nicht weit kommt und sich vor allem der Weg zurück auf die Bühne als schwierig erweist. Ein schelmisches Lächeln in seinem Gesicht beweist jedoch, dass er mehr als angetan ist von dieser Situation. Es wundert demnach auch nicht, dass sich die Jungs um eine Zugabe nicht lange bitten lassen müssen. Mit "Jennifer" und "Come On Feet" hauen sie schließlich noch mal zwei Kracher raus, die gebührend von den Zuschauern abgefeiert werden, dann verabschieden sich die charmanten Briten unter tosendem Applaus. Nach diesem dynamischen Auftritt lassen es sich die ganz Tanzwütigen nicht nehmen, sich weiter von DJ Mario und Mine Ramone beschallen und die Nacht schließlich so ausklingen zu lassen. Hoffen wir nach diesem fantastischen Auftritt nun also, dass die Piraten nicht wieder zwei Jahre brauchen, um ihre Segel auszufahren und schließlich die Reise nach Hamburg anzutreten.
Setlist:
Bright Lights
United
Little Gun
Lost In The Woods
Knots
Can’t Fish
She Doesn’t Belong to Me
Cold Black Kitty
Winter
Bump
Mr. Understanding
Blood Gets Thin
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Jennifer
Come On Feet