Tour 2007
Am 30.11.2007 nahm PHONOBOY Einzug in den Keller des kleinen Clubs Pretty Vacant, der für seine kleinen aber feinen Konzerte bekannt ist.
Die Jungs uns das Mädel von PHONOBOY nahmen den weiten Weg aus dem tiefsten München auf sich, um die Menschen mit indie-esker Elektropopbrühe zu versorgen, gegen kalte Füße eben! Hingegen den allgemeinen Trend in der deutschen Popkultur, singt man hier allerdings in französischer Zunge und in abgespacten Kostümen.
Ganz schon verrückt, mag man meinen, aber nachdem sie sich erst einmal eine Weile warm gespielt haben, fand man sich zwischen Kaugummiblasen, Pop-Attitüde und Tanzeinlagen vor allem in einem Meer aus buntem Konfetti wieder. Wieso das Ganze? Liegt doch auf der Hand: Konfettibomben, die nicht nur die Band, sondern auch das Geburtstagskind des Abends zündeten. Ihr erstes Album „Tres Chic, Trashig“ schlug in der Tat recht trashig ein und machte sie bekannt, nicht zuletzt mit dem Song ‚C’est ma vie’, der natürlich auch während der Live-Präsenz nicht fehlen durfte. Es reihten sich im Glanz der Discolichter noch weitere Songs an, so zum Beispielt das ‚Très Chic, Trashig’ das direkt mit einer Choreographie daher kam, die selbst ein Detlef Dee nicht besser hätte entwerfen können.
Eigentlicher Grund dieser kleinen, gemütlichen Tour war allerdings die Veröffentlichung des neuen Albums, das da heißt „Pas De Temps“. Und hier wurde natürlich abgefeiert: ‚Pas De Temps’ , ‚Dans les nuages’ und wie sie alle heißen. Als die Band die Bühne verlässt kann es das allerdings noch nicht gewesen sein. Zum Glück! Doch selbst die Pause entpuppt sich als Highlight. Multilingual, Baby! Deutsch, Französisch, Englisch! Und alle Sprachen wollen nur das eine: Bitte bleiben sie hier, es geht gleich weiter! Kaufen sie sich ein Bier oder gehen sie Pipi machen! Das nenne ich eine klare Ansage. Schnell noch der Getränkestock auf der Bühne nachgefüllt und in neuem Design kehrten PHONOBOY auf ihre charmante Art zurück.
Gegen Ende peilt man ja bekanntlich den Endspurt an, und so schossen sie fast über das Ziel hinaus. Wilder Instrumententausch, jeder darf mal bei jedem. Alles kann, nichts muss. Nur der Schlagzeuger, der bleibt seinen Trommeln treu. Besonders amüsant war der Einwurf des Covers ‚Ca Plane Pour Moi’ das dann auch langsam aber sicher das Ende verlauten ließ.
Alles in allem brechen PHONOBOY am Rhein mit diesem Auftritt sicher eine Lanze für Bayern, hinterlassen schwitzige Hände und denen die Französisch gewählt haben eine Rechtfertigung dafür.