I'm Not Dead Club Tour 2006
Es kommt selten vor, das absolute Superstars in kleinen Venues auftreten, die nur einen Bruchteil der Besucher fassen, die sonst bei den Konzerten zugegen sind. Im Falle von Pink hat man sich für das schnuckelige Gloria, einem ehemaligen Kino mit 50er Jahre Plüsch-Flair, entschieden - dem einzigen Clubkonzert in Deutschland vor Beginn der großen Hallentournee im Herbst.
Daher kam es auch nicht von ungefähr, dass die Location in Nullkommanix ausverkauft war und hunderte von Fans versuchten, doch noch eine der heiß begehrten Karten zu ergattern. An der Tür hieß es jedoch: rien ne vas plus. Leichter hatten es da die vielen Entscheider aus der Musikbranche, die wohl mit Freetix ausgestattet wurden. Auch der ein oder andere Promi wie z.B. Bestseller-Autor Frank Schätzing und Schauspieler Georg Uecker musste wohl kaum in seine Brieftasche greifen, um an diesem Abend dabei zu sein.
Noch bevor der erste Ton des Konzerts erklang, bejubelte das Publikum jede Aktivität, die sich auf der Bühne abspielte. Selbst der Hausmeister wäre zu diesem Zeitpunkt abgefeiert worden.
Um 21.30h hatte die leicht erkältete Alecia Moore, so Pink mit bürgerlichem Namen, ein Nachsehen und betrat die Bühne. So züchtig hat man sie selten zuvor gesehen. Das schwarze, elegante Kleid und die Gala-Frisur standen ihr jedoch ausgezeichnet. Los ging’s mit ihrem Smashhit „Just Like A Pill“, das vom Publikum mit euphorischem Mitklatschen und Mitsingen flankiert wurde. Das Soundgewand, das sich über das Gloria legte, hatte CD-Qualität, denn neben Pink machten auch ihre Mitstreiter/innen eine gute Figur.
Eine wichtige Rolle spielte hierbei der Background-Gesang, der von der Keyboarderin und der Bassistin übernommen wurde. Eine gute Figur machte auch der Mann hinter den Drums, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Gorillaz-Comicfigur Russel hatte. Er spielte so lässig, als wenn er mit den Sticks auf die Welt gekommen wäre, prügelte aber auf der anderen Seite aber so massiv auf sein Kit ein, dass man befürchtete, dass es jeden Moment die Felle zerreißen könnte. Nach weiteren Hits wie „Stupid Girl“ und „Trouble“ folgte das umjubelte Four Non Blondes-Cover „What’s Up“, das Pink ihrer Weggefährtin und Freundin Linda Perry widmete. Bevor das Konzert dann nach gut 50 Minuten endete, gab’s als Zugabe die schöne 3-stimmig gesungene Ballade „Dear Mr. President“ und ihren ersten Hit „Get The Party Started“.
Als Vorgeschmack auf die große Deutschlandtour eignete sich das Konzert bestens. Trotz der happigen 40 EUR für das Ticket gab’s am Ende strahlende Pink-Fans, die dieses Konzert in fast schon familiärer Atmosphäre so schnell nicht vergessen werden. Alle großen Stars sollten vor ihrer offiziellen Deutschland-Tournee Station im Gloria machen. Die Stimmung hier ist bei Konzerten unvergleichlich.