Porcupine Tree

Tour 2005 - Support: Anathema

12.04.2005 Bürgerhaus Stollwerck / Köln

Von: Norman Teichmann

Porcupine Tree Köln

Porcupine Tree gehören zu den ganz grossen Bands im Progressive Rock Bereich. Entsprechend grosse Erwartungen hatte ich dann auch an diesem Abend als ich das ausverkaufte Bürgerhaus Stollwerck betrat.

Als ich mir einen Platz in der rappelvollen Hütte suchte spielten auch schon Anathema ihre Show als Support. Musikalisch gaben die Jungs gut 45 Minuten psychedelischen Rock/Metal und ergänzten sich gut mit dem später folgenden Sound von Porcupine Tree. Leider war der Sound während der ganzen Spieldauer sehr matschig und man bekam das Problem wohl nicht wirklich in den Griff, sehr schade eigentlich. Musikalisch konnten Anathema auf jeden Fall überzeugen und sorgten für verdienten Applaus von Seiten des Publikums.

Nach 30 Minuten Umbaupause betraten dann auch Porcupine Tree die Bühne. Das Licht wurde verdunkelt und auf einer Leinwand startete der erste Minifilm während die Mannen um Steven Wilson mit "Deadwing", dem Titelsong des gleichnamigen Albums, Vollgas gaben. Sowohl Wilsons Stimme als auch sein unglaublich grandioses Gitarrenspiel ließen die überfüllte Halle sofort vergessen und zogen das Publikum in surreale Klangdimensionen. Erstaunlich war, dass wirklich jeder Song mit einem eigenen Mini-Film unterlegt war, der auch thematisch immer gut zu dem Song passte.

Mit "The Sound Of Muzak" und "Lazarus" tauchte man dann vollends ab in monströse Klangteppiche die von gewaltigen Gitarrenwänden getragen, von Keyboardklängen liebkost und von gewaltigen Drumeinlagen zum Pulsieren gebracht werden. Schon Wahnsinn, was die Band live für ein unglaubliches Potential hat. Extrem begeistern kann der "neue" Drummer Gavin Harrison, der an seinem gigantischen Drumkit zum Berserker mutierte.

Mit "Halo" folgte dann auch mein persönlicher Lieblingssong und in der Halle herrschte Extase pur (und ein reger Geruch von konsumiertem Gras). Auf der Leinwand formten sich Heiligenscheine zu kunstvollen Mustern und Steven Wilson liess zusammen mit John Wesley die Gitarren glühen. Mit seiner Hand poetisch gestikulierend untermalte Wilson den wunderschönen Song "Arriving Somwhere But Not Here", in dem einmal mehr seine glasklare Stimme für Verzückung sorgte. Wie bereits eingangs von Steven Wilson angekündigt bildete die aktuelle CD "Deadwing" den eindeutigen Schwerpunkt des heutigen Abends. Es ist noch eine Ecke härter und gradliniger als der Vorgänger "In Absentia" (quasi eine konsequente Weiterentwicklung).

Mit "Burning Eyes" und "Blackest Sky" folgten dann auch einige Klassiker der älteren CDs die teilweise verändert und klanglich neu abgemischt wurden. Es brauchte keine Umfrage um zu sehen, dass die ausverkaufte Halle absolut begeistert war von der spielfreudigen Band. Man forderte den Instrumenten unmögliches ab und brachte dabei Klänge zu Tage die einem den Atem raubten.

Nach 90 Minuten Spielzeit und den beiden Zugaben "Shesmovedon" und "Trains" verabschiedete die Band sich von ihren Fans und bedankte sich gut gelaunt. Ein durch und durch gelungener Abend mit einer phantastischen Band... man darf gespannt sein auf ihr nächstes Meisterwerk!

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