Portugal.The Man

Tour 2008 - Support: Saboteur

25.09.2008 Gebäude9 / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Portugal.The Man Köln

Schon im vergangenen Jahr, auf ihrer Tour zum grandiosen Album „Church Mouth“, waren Portugal.The Man im Gebäude 9 zu Gast. Unverständlicherweise scheint sich ihre Fangemeinde, trotz des ebenso grandiosen, neuen Albums „Censored Colors“ (hier ein Review), nicht erweitert zu haben, so dass das Buchen größerer Hallen also auf die nächste Tour verschoben werden muss, dann aber wohl unvermeidbar sein wird. Das Gebäude 9 ist an diesem Donnerstag ganz gut gefüllt, das Publikum erstaunlich gemischt und alle Altersklassen sind vertreten.

Gegen 22 Uhr kommen dann endlich die vier Jungs aus Alaska auf die Bühne, unterstützt von einer jungen Frau, die die vielen Chorparts des neuen Albums übernimmt. Schon gleich zu Beginn zeigen Portugal.The Man, wo es den Rest des Abends lang gehen würde: Led Zeppelin artiger Riff-Rock. Die Prog-Rock Anleihen des Albums bleiben an diesem Abend aus, sicherlich auch, weil sie mit nur fünf Menschen schwer umzusetzen sind. Dafür geben Portugal.The Man aber richtig Gas. Vor allem John Gourley mit seinem gewöhnungsbedürftigen Gesang und seinem versierten Gitarrenspiel und Jason Sechrist an den Trommeln geben das Tempo an und spielen sich, zur großen Freude des Publikums, durch alle Alben ihrer Karriere.

Wirken ihre bisher veröffentlichten Tonträger eher unterschiedlich, so bringen Portugal.The Man diese Unterschiede live unter einen Hut und machen daraus ihren ureigensten Sound. Doch stechen die neuen Songs ganz klar hervor, da sie sich an den üblichen Songstrukturen orientieren und dadurch sehr viel eingängiger sind. So werden z.B. „Colors“ und „Created“ begeistert bejubelt und der eine oder andere Rucksack- oder Dreadlock-Träger kann nicht umhin, seine Utensilien den umstehenden Gästen um die Ohren zu tanzen. Waren wir nicht alle in den siebziger- und achtziger Jahren mit diesem Tanzstil mehr als genug konfrontiert? Egal, Teile der Musik kommen ja aus diesen Jahrzehnten, wobei es Portugal.The Man mittlerweile gelungen ist, daraus ihre eigene Version zu stricken.

Besonders beeindruckend empfinde ich die absolut nicht vorhandene Light-Show, die die Konzentration auf den musikalischen Vortrag des Abends beflügelt. Was an diesem Abend wirkt, ist eine beeindruckende Band mit außergewöhnlichem Liedgut, auf deren kommende Alben und Touren man schon jetzt gespannt sein darf.

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